Klärungskonto: Was ist das?
Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler
Kurz beantwortet
Ein Klärungskonto ist ein Zwischenkonto für Buchungen, deren endgültige Zuordnung noch nicht feststeht, typisch 1590 im SKR03 und 1370 im SKR04. Es wird spätestens zum Abschluss aufgelöst, indem jede Position auf das richtige Konto umgebucht wird.
Was ein Klärungskonto ist
Ein Klärungskonto ist ein Parkplatz für Buchungen, die du noch nicht richtig zuordnen kannst. Statt eine Zahlung falsch zu buchen oder liegen zu lassen, landet sie vorläufig dort. So ist sie erfasst, aber als offen markiert.
Typische Anlässe:
- Unklarer Steuerfall: Es ist nicht klar, ob ein Erlös mit 19 %, 7 %, über OSS oder als Drittlandsumsatz zu buchen ist.
- Unbekannter Zahler: Ein Zahlungseingang lässt sich keinem Kunden zuordnen.
- Fehlender Beleg: Eine Abbuchung ist da, die Rechnung fehlt noch.
Wichtig ist die Disziplin: Das Klärungskonto ist ein Zwischenstand, kein Endziel. Im Monatsabschluss wird es geprüft, spätestens zum Jahresabschluss muss es leer sein.
Rechenbeispiel: PayPal-Erlöse ohne Umsatzsteuerdaten
Im März gehen über PayPal 15 Zahlungen über zusammen 1.728,00 € ein. PayPal liefert keine Angabe, wo die Kunden sitzen. Kein Standard-Erlöskonto ist hinterlegt, deshalb landen die Erlöse zunächst auf dem Klärungskonto.
Die Kanzlei prüft die zugehörigen Rechnungen:
- 12 Zahlungen Inland, 19 %: 1.428,00 €
- 3 Zahlungen Drittland (Schweiz), ohne deutsche Umsatzsteuer: 300,00 €
Typische Kontierung im SKR03:
| Vorgang | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| PayPal-Erlöse vorläufig | PayPal-Konto | 1590 Klärungskonto | 1.728,00 € |
| Umbuchung Inland 19 % | 1590 Klärungskonto | 8400 Erlöse 19 % | 1.428,00 € |
| Umbuchung Drittland | 1590 Klärungskonto | 8338 Erlöse Drittland | 300,00 € |
Typische Kontierung im SKR04:
| Vorgang | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| PayPal-Erlöse vorläufig | 1815 PayPal-Konto | 1370 Klärungskonto | 1.728,00 € |
| Umbuchung Inland 19 % | 1370 Klärungskonto | 4400 Erlöse 19 % | 1.428,00 € |
| Umbuchung Drittland | 1370 Klärungskonto | 4338 Erlöse Drittland | 300,00 € |
Nach den Umbuchungen steht das Klärungskonto auf null. Die 1.428,00 € Inlandserlöse enthalten 228,00 € Umsatzsteuer, die über das Erlöskonto 19 % erfasst wird.
Typische Fehler beim Klärungskonto
Ein Klärungskonto hilft nur, wenn es regelmäßig geleert wird. Diese Fehler sind häufig:
- Dauerparkplatz: Positionen bleiben über Monate stehen, niemand fühlt sich zuständig.
- Umsatzsteuer verzögert: Solange Erlöse auf dem Klärungskonto stehen, fehlen sie in der richtigen Zeile der Umsatzsteuer-Voranmeldung.
- Sammelbuchung ohne Details: Steht nur eine Summe auf dem Konto, ist die spätere Zuordnung mühsam. Jede Zahlung sollte einzeln mit Transaktions-ID dort stehen.
- Klärungskonto statt Standardkonto: Wenn fast alle Erlöse eines Anbieters ohnehin Inlandsumsätze sind, ist ein Standard-Erlöskonto meist sinnvoller.
Bezug zu Zahlungsanbietern
Ob Erlöse auf dem Klärungskonto landen, hängt davon ab, welche Daten der Anbieter liefert. Stripe liefert mit Stripe Tax Steuerdaten je Zahlung, die Erlöse lassen sich direkt den richtigen Konten zuordnen. PayPal, Mollie, Adyen und GoCardless liefern keine Umsatzsteuerdaten zur Transaktion. Für sie brauchst du entweder ein Standard-Erlöskonto oder eine Klärung über das Klärungskonto. Bei Paddle und Lemon Squeezy ist der Steuerfall durch das Merchant-of-Record-Modell vorgegeben.
Wie PayPal-Erlöse im Alltag gebucht werden, zeigt PayPal Buchhaltung. Den gleichen Fall bei Adyen behandelt Adyen DATEV Export. Wie du offene Posten monatlich abarbeitest, beschreibt Online-Zahlungen abstimmen, den Rahmen der Leitfaden Online-Zahlungen in der Buchhaltung.
Wer das Klärungskonto bearbeitet
Für das Klärungskonto braucht es eine klare Zuständigkeit. Bewährt hat sich, dass du der Kanzlei die offenen Positionen mit Transaktions-ID und Rechnungsnummer meldest und die Kanzlei sie umbucht. Bei wiederkehrenden Fällen lohnt eine feste Regel, etwa „PayPal-Erlöse sind Inland 19 %, außer bei Kunden mit Schweizer Adresse“.
Halte solche Regeln schriftlich fest. Dann kann die Kanzlei wiederkehrende Fälle ohne Rückfrage umbuchen, und auf dem Klärungskonto bleiben nur echte Ausnahmen übrig, die wirklich eine Entscheidung brauchen.
Ein guter Richtwert: Am Monatsende sollten auf dem Klärungskonto nur Positionen stehen, zu denen eine konkrete Frage an die Kanzlei offen ist.
So löst finHero das
Für PayPal, Mollie, Adyen und GoCardless bucht finHero die Erlöse auf ein frei wählbares Standard-Erlöskonto. Hinterlegst du keines, sammelt finHero sie auf dem Klärungskonto, damit deine Kanzlei die korrekte Umsatzsteuer einmalig zuordnet. Das Klärungskonto legst du wie alle anderen Konten selbst fest.
Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.
FAQ
Häufige Fragen
Darf das Klärungskonto am Jahresende einen Saldo haben?
Nein, das sollte es nicht. Im Jahresabschluss darf kein ungeklärter Posten stehen. Spätestens dann müssen alle Positionen zugeordnet sein.
Warum landen PayPal-Erlöse auf dem Klärungskonto?
PayPal liefert keine Umsatzsteuerdaten zur Transaktion. Ohne Standard-Erlöskonto ist nicht klar, ob es Inland, EU-OSS oder Drittland ist. Dann sammelt finHero die Erlöse auf dem Klärungskonto.
Wie vermeide ich, dass zu viel auf dem Klärungskonto landet?
Hinterlege ein Standard-Erlöskonto für Anbieter ohne Umsatzsteuerdaten, wenn deine Kanzlei das freigibt. Dann landen nur echte Sonderfälle auf dem Klärungskonto.
Autor
Daniel Vöckler
Gründer der d-automation GmbH
Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.
Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026
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