Stripe DATEV Schnittstelle: der komplette Leitfaden von der Zahlung bis zur Buchung

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler

Kurz beantwortet

Eine Stripe DATEV Schnittstelle holt Zahlungen, Gebühren, Erstattungen, Chargebacks und Auszahlungen aus Stripe, kontiert sie nach SKR03 oder SKR04 und liefert einen DATEV-Buchungsstapel im EXTF-Format mit Belegen. Stripe selbst bietet keinen DATEV-Export. Die Lücke schließt du manuell per CSV, mit einer Eigenentwicklung oder mit einem spezialisierten Tool wie finHero.

Inhalt

Stripe ist für Zahlungen gebaut, DATEV für Buchungen. Eine Stripe DATEV Schnittstelle übersetzt das eine ins andere: Sie macht aus Charges, Refunds, Disputes und Payouts saubere Buchungssätze mit Konto, Gegenkonto, Steuerschlüssel und Beleg. Dieser Leitfaden zeigt dir die komplette Strecke. Du erfährst, welche Stripe-Objekte buchhalterisch zählen, wie die Buchungslogik in SKR03 und SKR04 aussieht, wie das Geldtransitkonto aufgeht, was bei Umsatzsteuer, Abos, Connect und Fremdwährungen zu beachten ist und wie der Buchungsstapel in DATEV landet.

Am Ende findest du einen Vergleich der Lösungswege, die häufigsten Fehler und eine Checkliste für deinen Monatsabschluss. Ich schreibe aus der Praxis: finHero hat bereits 48 Mio. € Stripe-Volumen nach DATEV exportiert, für mehr als 200 Unternehmen.

Was ist eine Stripe-DATEV-Schnittstelle?

Eine Stripe-DATEV-Schnittstelle ist eine Verbindung, die Stripe-Daten abholt, nach deinem Kontenrahmen kontiert und als importfertigen DATEV-Buchungsstapel samt Belegen bereitstellt. Sie ist also mehr als ein Datenexport. Ein reiner Export liefert Rohdaten. Eine Schnittstelle liefert Buchungen.

Konkret leistet eine gute Stripe-DATEV-Integration vier Dinge:

  1. Abholen: Sie liest alle buchhalterisch relevanten Vorgänge aus Stripe. Dazu zählen Zahlungen, Gebühren, Erstattungen, Chargebacks und Auszahlungen.
  2. Kontieren: Sie ordnet jedem Vorgang Konto, Gegenkonto und gegebenenfalls einen Buchungsschlüssel zu, passend zu SKR03 oder SKR04.
  3. Belegen: Sie liefert Rechnungen und Gutschriften als PDF und verknüpft sie über eine Referenz mit der Buchung.
  4. Abstimmen: Sie sorgt dafür, dass die Summe aller Buchungen exakt mit dem Stripe-Saldo und den Bankeingängen übereinstimmt.

Was die Schnittstelle nicht ersetzt: die fachliche Verantwortung. Kontenzuordnung, steuerliche Beurteilung und die Festschreibung in DATEV bleiben bei dir und deiner Kanzlei. Die Schnittstelle liefert dafür saubere, prüfbare Daten. Sie trifft keine steuerlichen Entscheidungen.

Oft wird gefragt, ob Stripe das nicht von Haus aus kann. Die kurze Antwort lautet Nein. Die ausführliche Antwort steht im Beitrag Kann Stripe nach DATEV exportieren?.

Warum Stripe und DATEV nicht direkt zusammenpassen

Stripe und DATEV passen nicht direkt zusammen, weil Stripe in Transaktionen und Salden denkt, DATEV aber in Soll, Haben, Belegen und Perioden. Drei Unterschiede verursachen fast alle Probleme in der Praxis.

Auszahlung ist nicht gleich Rechnung

Was auf deinem Bankkonto ankommt, ist eine Stripe-Auszahlung. Eine Auszahlung ist aber kein Umsatz. Sie bündelt viele Kundenzahlungen aus mehreren Tagen, zieht Gebühren, Erstattungen und Rückbelastungen ab und überweist den Rest. Wer nur die Auszahlung bucht, kennt weder den Bruttoumsatz noch die Umsatzsteuer noch die Kunden dahinter. Die Rechnung an deinen Kunden und die Auszahlung von Stripe sind zwei verschiedene Geschäftsvorfälle mit verschiedenen Belegen.

Sammelauszahlungen über mehrere Tage und Perioden

Stripe zahlt in Sammelauszahlungen aus. Eine Auszahlung am 2. März kann Zahlungen vom 27. Februar bis 1. März enthalten. Für den Monatsabschluss heißt das: Ein Teil der Februar-Umsätze kommt erst im März auf dem Bankkonto an. Ohne ein Zwischenkonto passen Bank und Erlöse am Monatsende nie zusammen.

Netto-Auszahlung statt Brutto-Umsatz

Stripe behält seine Gebühren direkt ein. Ein Beispiel: Du verkaufst für 10.000 €, Stripe behält 320 € Gebühren ein und zahlt 9.680 € aus. Wer 9.680 € als Erlös bucht, weist 320 € zu wenig Umsatz aus und unterschlägt einen Aufwand. Beides ist falsch. Richtig ist: 10.000 € Erlös, 320 € Aufwand, 9.680 € Geldbewegung. Dieses Prinzip heißt Gebührensplitting.

Sicht Stripe DATEV
Grundeinheit Transaktion, Saldo, Auszahlung Buchungssatz mit Soll und Haben
Betrag Netto nach Gebühren Brutto-Erlös und Gebühr getrennt
Zeitbezug Zahlungs- und Auszahlungsdatum Belegdatum und Buchungsperiode
Beleg Rechnung im Dashboard, separat Beleg je Buchung, verknüpft
Steuer Steuerbetrag in der Rechnung Erlöskonto und Steuerschlüssel je Steuerfall

Die 4 Wege von Stripe nach DATEV

Es gibt vier Wege von Stripe nach DATEV: manueller CSV-Export, DATEV-eigener Datenservice, Eigenentwicklung und spezialisierte Export-Tools. Keiner ist für jedes Unternehmen richtig.

  1. Manueller CSV-Export: Du lädst Berichte aus dem Stripe-Dashboard herunter, baust die Spalten in Excel auf das DATEV-Format um, trennst Gebühren und sammelst Belege. Das kostet nichts außer Zeit, und zwar jeden Monat.
  2. DATEV-Datenservice für Zahlungsdienstleister: DATEV bietet einen eigenen Datenservice an. Welche Bestandteile er abdeckt, also Gebühren, Belege, pRAP und Kontierung, prüfst du mit deiner Kanzlei. Mehr dazu im Abschnitt zur Zusammenarbeit mit der Steuerkanzlei weiter unten.
  3. Eigenentwicklung: Ein eigenes Skript über die Stripe-API gibt dir volle Kontrolle. Du trägst dafür Entwicklung, Tests, Wartung bei API-Änderungen und die Abstimmung der Buchungslogik.
  4. Spezialisiertes Tool: Ein fertiges Tool wie finHero liest Stripe per API, kontiert nach deinen Regeln und liefert Buchungsstapel und Belege. Du zahlst eine monatliche Gebühr und sparst die Handarbeit.

Den ausführlichen Vergleich mit Vor- und Nachteilen findest du unter Wege von Stripe nach DATEV im Vergleich. Wenn du die Frage generell stellst, also unabhängig von Stripe, hilft der Beitrag Transaktionsdaten ins DATEV-Format konvertieren.

Buchhalterisch relevante Stripe-Objekte

Für die Buchhaltung zählen acht Stripe-Objekte: Charges, Refunds, Disputes, Payouts, Balance Transactions, Fees, Invoices und Transfers. Jedes hat eine eindeutige ID mit Präfix, und diese ID ist der Schlüssel für die Nachvollziehbarkeit.

Stripe-Objekt ID-Präfix Was es ist Buchhalterische Bedeutung
Charge / PaymentIntent ch_ / pi_ Eine Kundenzahlung Erlös bzw. Ausgleich der Forderung
Refund re_ Voll- oder Teilerstattung Erlösminderung, Geld fließt zurück
Dispute dp_ Rückbelastung durch den Kunden (Chargeback) Rückbuchung des Betrags plus Dispute-Gebühr
Payout po_ Überweisung von Stripe auf dein Bankkonto Geldtransit, kein Erlös
Balance Transaction txn_ Jede Bewegung im Stripe-Guthaben Grundlage für Abstimmung und Gebühren
Fee im txn_ enthalten Von Stripe einbehaltene Gebühr Aufwand, Nebenkosten des Geldverkehrs
Invoice / Credit Note in_ / cn_ Rechnung bzw. Gutschrift aus Stripe Billing Beleg, Leistungszeitraum, Steuerfall
Transfer tr_ Weiterleitung an ein verbundenes Konto (Connect) Verbindlichkeit bzw. Weiterleitung, kein eigener Erlös

Balance Transactions sind das Rückgrat. Jede Bewegung in deinem Stripe-Guthaben erzeugt eine Balance Transaction mit Bruttobetrag, Gebühr und Nettobetrag. Wer alle Balance Transactions eines Zeitraums bucht, kommt exakt auf den Stripe-Saldo. Deshalb prüft eine gute Schnittstelle jeden Export gegen den Stripe-Saldenbericht.

Invoices liefern, was die Zahlung allein nicht weiß: Kundenland, USt-IdNr., Steuerbetrag und Leistungszeitraum. Ohne Rechnungsdaten kann eine Schnittstelle keinen Steuerfall bestimmen und keine Abgrenzung bilden. Das ist der Grund, warum Zahlungen aus Stripe Billing einfacher zu buchen sind als Zahlungen ohne Rechnung in Stripe. Für Einmalzahlungen über Checkout oder Payment Links lohnt der Leitfaden Stripe Payments nach DATEV.

Buchungslogik im Detail: SKR03 und SKR04

Die Buchungslogik folgt einem Prinzip: Jeder Stripe-Vorgang wird als eigene Buchung mit Referenz erfasst, und das Stripe-Guthaben läuft über ein Zwischenkonto. Die folgenden Konten sind typische Standardkonten. Welche du konkret nutzt, legst du mit deiner Kanzlei fest.

Das Beispiel

Ein kleiner Stripe-Zeitraum:

  • Zahlung 1: Rechnung RE-2026-0412, 119,00 € brutto (100,00 € netto, 19 % USt), Kunde in Deutschland.
  • Zahlung 2: Rechnung RE-2026-0413, 595,00 € brutto (500,00 € netto, 19 % USt), Kunde in Deutschland.
  • Stripe-Gebühren: 2,04 € und 9,18 €, zusammen 11,22 €.
  • Erstattung: 59,50 € an einen Kunden.
  • Auszahlung: 643,28 € auf dein Bankkonto.

Die Rechnung dazu: 714,00 € Zahlungen − 11,22 € Gebühren − 59,50 € Erstattung = 643,28 € Auszahlung.

Buchungssätze in SKR03 (typisch)

Geschäftsvorfall Soll Haben Betrag Buchungstext (Beispiel)
Zahlung Erlös 19 % 1361 8400 119,00 € Stripe Zahlung · RE-2026-0412 · ch_3P…7Ka
Zahlung Erlös 19 % 1361 8400 595,00 € Stripe Zahlung · RE-2026-0413 · ch_3P…9Lt
Stripe-Gebühr 4970 1361 2,04 € Stripe Gebühr · ch_3P…7Ka
Stripe-Gebühr 4970 1361 9,18 € Stripe Gebühr · ch_3P…9Lt
Erstattung 8400 1361 59,50 € Erstattung · re_3P…2Qv
Auszahlung auf Bank 1200 1361 643,28 € Stripe Auszahlung · po_1P…4Wd

Dieselben Buchungen in SKR04 (typisch)

Geschäftsvorfall Soll Haben Betrag
Zahlung Erlös 19 % 1461 4400 119,00 €
Zahlung Erlös 19 % 1461 4400 595,00 €
Stripe-Gebühr 6855 1461 2,04 €
Stripe-Gebühr 6855 1461 9,18 €
Erstattung 4400 1461 59,50 €
Auszahlung auf Bank 1800 1461 643,28 €

8400 bzw. 4400 sind in DATEV typischerweise Automatikkonten für 19 % Umsatzsteuer. Du buchst den Bruttobetrag, DATEV rechnet die Umsatzsteuer heraus. Bei 119,00 € entstehen so 100,00 € Erlös und 19,00 € Umsatzsteuer.

Chargeback: Rückbelastung und Dispute-Gebühr

Ein Chargeback besteht aus zwei getrennten Vorgängen: der Rückbelastung des Zahlungsbetrags und der Dispute-Gebühr. Angenommen, ein Kunde widerspricht einer Zahlung über 238,00 €. Stripe belastet den Betrag und eine Dispute-Gebühr, hier angenommen 20,00 €. Die tatsächliche Höhe steht in deinem Stripe-Dashboard und hängt von deinem Vertrag ab.

Geschäftsvorfall SKR03 Soll an Haben SKR04 Soll an Haben Betrag
Rückbelastung (Erlöskorrektur) 8400 an 1361 4400 an 1461 238,00 €
Dispute-Gebühr 4970 an 1361 6855 an 1461 20,00 €
Dispute gewonnen: Gutschrift 1361 an 8400 1461 an 4400 238,00 €

Ob die Rückbelastung als Erlöskorrektur oder zunächst als Forderung gebucht wird und ob die Dispute-Gebühr bei gewonnenem Streitfall erstattet wird, hängt vom Einzelfall ab. Das legst du mit deiner Kanzlei fest. Wichtig ist nur: Betrag und Gebühr nie in einer Summe buchen.

Variante: mit Debitor und eigenem Stripe-Guthabenkonto

Viele Kanzleien wollen Ausgangsrechnungen über Debitoren buchen und das Stripe-Guthaben als eigenes Finanzkonto führen. Dann wird die Rechnung gegen den Debitor gebucht, die Zahlung gleicht den Debitor aus, und die Auszahlung läuft vom Guthabenkonto über ein separates Geldtransitkonto zur Bank. Das Beispiel nutzt Zahlung 1 aus der Tabelle oben.

Geschäftsvorfall SKR03 Soll an Haben SKR04 Soll an Haben Betrag
Ausgangsrechnung 10000 an 8400 10000 an 4400 119,00 €
Zahlung über Stripe 1210 an 10000 1810 an 10000 119,00 €
Stripe-Gebühr 4970 an 1210 6855 an 1810 2,04 €
Auszahlung an Bank (Transit) 1361 an 1210 1461 an 1810 116,96 €
Bankeingang 1200 an 1361 1800 an 1461 116,96 €

Der Debitor 10000 steht hier für einen Sammeldebitor. Alternativ bucht finHero auf Einzeldebitoren, also ein Personenkonto je Kunde. Die Kontennummern für Stripe-Guthaben (1210/1810) und Stripe-Geldtransit (1361/1461) sind Vorschläge aus der finHero-Einrichtung. Jedes Konto ist frei konfigurierbar.

Geldtransitkonto und Bankabgleich

Das Geldtransitkonto bildet dein Stripe-Guthaben ab und ist der Prüfstein für jede Stripe-Buchhaltung: Geht es nach der Auszahlung auf null, ist der Monat vollständig gebucht. Zahlungen laufen hinein, Gebühren, Erstattungen, Chargebacks und Auszahlungen laufen hinaus. Eine ausführliche Erklärung findest du im Glossar unter Geldtransitkonto.

So entwickelt sich der Saldo im Beispiel (SKR03, Konto 1361):

Position Bewegung Saldo Geldtransit
Zahlungen + 714,00 € 714,00 €
Gebühren − 11,22 € 702,78 €
Erstattung − 59,50 € 643,28 €
Auszahlung an Bank − 643,28 € 0,00 €

Am Monatsende steht das Konto selten genau auf null. Das ist normal: Zahlungen vom 30. und 31. werden oft erst im Folgemonat ausgezahlt. Der Restsaldo muss dann exakt dem Guthaben entsprechen, das laut Stripe-Saldenzusammenfassung zum Stichtag noch bei Stripe liegt.

Bleibt ein unerklärter Rest, fehlt fast immer eine dieser Buchungen:

  • eine Gebühr, die nicht separat gebucht wurde,
  • eine Erstattung oder ein Chargeback,
  • eine Dispute-Gebühr,
  • eine Umrechnungsdifferenz bei Fremdwährungen,
  • eine Auszahlung, die doppelt oder gar nicht gebucht wurde.

Wichtig für den Bankabgleich: Der Bankeingang der Auszahlung wird nur einmal gebucht. Kommt die Auszahlung sowohl aus dem Stripe-Export als auch aus dem Bankkontoauszug in DATEV, entsteht eine Doppelbuchung. Kläre mit deiner Kanzlei, welche Quelle die Auszahlung bucht. Wie du Stripe-Zahlungen grundsätzlich mit Bank und Belegen abstimmst, erklärt der Abschnitt zu Belegen und GoBD weiter unten.

Umsatzsteuer bei Stripe

Stripe trifft keine steuerliche Einordnung. Welcher Steuerfall gilt, ergibt sich aus Kunde, Kundenland und Leistung, und daraus folgt das Erlöskonto. Eine Stripe DATEV Schnittstelle braucht deshalb pro Zahlung mindestens das Land des Kunden, gegebenenfalls die USt-IdNr. und den ausgewiesenen Steuerbetrag. Diese Angaben kommen aus der Rechnung oder den Kundendaten, nie aus Schätzungen.

Steuerfall Typische Situation SKR03 (Beispiel) SKR04 (Beispiel)
Inland 19 % Kunde in Deutschland 8400 4400
Inland 7 % ermäßigter Satz, z. B. bestimmte Medien 8300 4300
EU-B2B, Reverse Charge Unternehmen in der EU mit gültiger USt-IdNr. 8336 4336
EU-B2C über OSS Privatperson in der EU, Lieferschwelle überschritten 8331 4331
Drittland Kunde außerhalb der EU 8338 4338
Unklar Steuerfall nicht bestimmbar Klärungskonto, z. B. 1590 Klärungskonto, z. B. 1370

Inland: Umsätze mit deutschen Kunden versteuerst du mit 19 % oder 7 %. Mit Automatikkonten bucht DATEV die Umsatzsteuer selbst.

EU-B2B: Verkaufst du an ein Unternehmen in einem anderen EU-Land, schuldet bei vielen sonstigen Leistungen der Kunde die Steuer. Dieses Verfahren heißt Reverse Charge. Du stellst netto in Rechnung, gibst die USt-IdNr. des Kunden an und meldest den Umsatz in der Zusammenfassenden Meldung.

EU-B2C: Verkaufst du an Privatpersonen in der EU, gilt ab Überschreiten der EU-weiten Lieferschwelle grundsätzlich die Umsatzsteuer des Kundenlands. Über den One-Stop-Shop meldest du diese Umsätze gesammelt beim Bundeszentralamt für Steuern. Dafür brauchst du die Erlöse getrennt nach Land und Steuersatz.

Drittland: Umsätze mit Kunden außerhalb der EU sind in Deutschland oft nicht steuerbar. Sie gehören auf ein eigenes Erlöskonto, damit sie in der Umsatzsteuer-Voranmeldung richtig erscheinen.

Kann der Steuerfall nicht bestimmt werden, weil etwa das Kundenland fehlt, bucht finHero auf ein Klärungskonto. So bleibt nichts unbemerkt auf einem falschen Erlöskonto liegen. In finHero hinterlegst du für jeden dieser Fälle ein eigenes Erlöskonto und optional einen Buchungsschlüssel.

Dieser Abschnitt gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Steuerberatung. Auch die Umsatzsteuer auf die Stripe-Gebühren selbst klärst du mit deiner Kanzlei.

Stripe-Gebühren richtig buchen

Stripe-Gebühren werden getrennt vom Umsatz als eigener Aufwand gebucht, typischerweise auf Nebenkosten des Geldverkehrs: 4970 in SKR03 oder 6855 in SKR04. Das ist die wichtigste Einzelregel der Stripe-Buchhaltung, und sie wird am häufigsten verletzt.

Der Grund liegt in der Netto-Auszahlung. Stripe behält die Gebühr ein, bevor das Geld auf deinem Konto ankommt. Auf dem Kontoauszug taucht sie nie als eigene Abbuchung auf. Wer nur den Bankeingang bucht, verliert sie aus dem Blick.

Stripe berechnet nicht nur eine Gebührenart:

  • Transaktionsgebühren fallen pro erfolgreicher Zahlung an, meist als Prozentsatz plus Fixbetrag.
  • Umrechnungsgebühren entstehen, wenn ein Kunde in einer anderen Währung zahlt als deiner Auszahlungswährung. Sie stecken im umgerechneten Betrag.
  • Dispute-Gebühren belastet Stripe bei Rückbelastungen zusätzlich zum strittigen Betrag.
  • Produktgebühren für Stripe Billing, Stripe Tax oder Radar werden teils nutzungsabhängig berechnet.

Unterscheide mindestens zwischen Gebühren für die Zahlungsabwicklung und Gebühren für Software-Produkte. Die umsatzsteuerliche Einordnung kann abweichen. Vertragspartner für Unternehmen in der EU ist in der Regel eine Stripe-Gesellschaft mit Sitz in Irland. Als Beleg dienen die Gebührenrechnungen, die Stripe im Dashboard bereitstellt, zusammen mit den Transaktionsdetails.

finHero bucht jede Gebühr als eigene Zeile mit Bezug zur Zahlung, auf das Gebührenkonto, das du hinterlegst, auf Wunsch mit eigenem Buchungsschlüssel. Ein vollständiges Rechenbeispiel mit 10 Zahlungen, die Umsatzsteuerfragen für die Kanzlei und eine Gebühren-Checkliste findest du im Leitfaden Stripe-Gebühren buchen.

Stripe Billing, Abos und passive Rechnungsabgrenzung

Bei Abos aus Stripe Billing fallen Zahlung und Leistung zeitlich auseinander, deshalb grenzen bilanzierende Unternehmen Vorauszahlungen über einen passiven Rechnungsabgrenzungsposten (pRAP) ab. Das betrifft vor allem SaaS-Unternehmen mit Jahresplänen.

Was Stripe Billing für die Buchhaltung ändert

Stripe Billing erzeugt zu jeder Abo-Periode eine Rechnung mit Leistungszeitraum, Kundendaten und Steuerbetrag. Das ist gut für die Buchhaltung, denn die Rechnung ist der Beleg und liefert den Steuerfall. Gleichzeitig entstehen Sonderfälle: anteilige Beträge bei Upgrades (Proration), Gutschriften bei Downgrades, Rabatte, Testphasen, fehlgeschlagene Zahlungen und Stornos. Jeder dieser Fälle braucht eine eigene, nachvollziehbare Buchung. Wie du das im Alltag organisierst, beschreibt der Leitfaden Stripe Billing nach DATEV. Praktische Regeln für saubere Produkte, Preise und Steuereinstellungen in Stripe stehen in Stripe Billing Best Practice für die FiBu.

pRAP am Beispiel eines Jahresabos

Ein Kunde zahlt am 1. Januar 1.200,00 € für ein Jahresabo. Das Geld ist sofort da, die Leistung erbringst du aber von Januar bis Dezember. Periodengerecht entfallen 100,00 € auf jeden Monat (vereinfacht, ohne Umsatzsteuer). Bei monatlicher Abgrenzung wird die Zahlung zunächst auf den passiven Rechnungsabgrenzungsposten gebucht und dann Monat für Monat in den Erlös aufgelöst.

Geschäftsvorfall SKR03 Soll an Haben SKR04 Soll an Haben Betrag
Zahlung Jahresabo am 01.01. 1361 an 0990 1461 an 3900 1.200,00 €
Monatliche Auflösung (Jan. bis Dez.) 0990 an 8400 3900 an 4400 je 100,00 €
Auszahlung an Bank 1200 an 1361 1800 an 1461 laut Stripe-Payout

Wechselt der Kunde im Juli auf einen teureren Plan, erhöht die Nachzahlung aus der anteiligen Stripe-Abrechnung die pRAP, und ab dann wird der neue, höhere Monatsbetrag aufgelöst. Bei einer Erstattung wird der noch nicht aufgelöste Rest direkt gegen das Geldtransitkonto ausgebucht. Ob du monatlich oder nur zum Bilanzstichtag abgrenzt und wie die Umsatzsteuer dabei behandelt wird, entscheidest du mit deiner Kanzlei. Wer eine Einnahmenüberschussrechnung erstellt, arbeitet in der Regel nach dem Zuflussprinzip und grenzt nicht ab.

finHero bildet die pRAP für Jahres- und Monatsabos automatisch, berücksichtigt Up- und Downgrades sowie Gutschriften und liefert eine Liste aller passiven Rechnungsabgrenzungsposten. Rechenbeispiele zu Upgrade, Kündigung und Jahresabschluss findest du im Leitfaden pRAP bei SaaS-Abos mit Stripe.

Was der Stripe DATEV Export enthält

Ein vollständiger Stripe DATEV Export besteht aus drei Teilen: dem Buchungsstapel, den Belegen als PDF und einer Belegliste mit Referenzen. Fehlt einer davon, muss deine Kanzlei nacharbeiten.

Der Buchungsstapel enthält alle Zahlungen, Gebühren, Erstattungen, Chargebacks und Auszahlungen eines Zeitraums als Buchungssätze. Jede Zeile hat Betrag, Soll/Haben-Kennzeichen, Konto, Gegenkonto, Belegdatum, eine Referenz in Belegfeld 1 und einen Buchungstext mit der Stripe-ID. Bei Abos kommen die pRAP-Buchungen dazu, bei Fremdwährungen die Kursdifferenzen.

Die Belege sind Rechnungen, Gutschriften und Stornos aus Stripe als PDF. Jeder Beleg trägt dieselbe Referenz wie die zugehörige Buchung, sodass die Zuordnung in DATEV ohne Suchen funktioniert.

Die Belegliste verbindet beides. Sie zeigt, welcher Beleg zu welcher Buchung gehört, und macht jede Buchung bis zur ursprünglichen Stripe-Transaktion rückverfolgbar.

Was der Export nicht ist: eine heruntergeladene Stripe-CSV. Die Stripe-Berichte zeigen eine Zeile pro Saldenbewegung, mit Gebühr als Spalte neben dem Umsatz und ohne Konten. Sie lassen sich nur nach manuellem Umbau in DATEV importieren. Wie groß der Unterschied in der Praxis ist, zeigt der Vergleich finHero vs. Stripe-CSV-Export.

Bei finHero kommen alle Teile zusammen als ZIP-Datei. Jedes Exportpaket erhält eine SHA-256-Prüfsumme, mit der sich später belegen lässt, dass die Dateien unverändert sind. Den Aufbau des Pakets, eine manuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung und einen Beispielauszug findest du im Leitfaden Stripe DATEV Export.

Stripe Buchhaltung: Kontierung

Die Kontierung legt einmalig fest, welcher Stripe-Vorgang auf welches Konto gebucht wird, und gilt danach für jeden Monat gleich. Sie ist der Teil der Stripe Buchhaltung, den du mit deiner Kanzlei abstimmen musst, und zwar vor dem ersten Export.

Diese Konten brauchst du mindestens:

Zweck SKR03 (typisch) SKR04 (typisch)
Debitor (Sammel- oder Personenkonto) 10000 ff. 10000 ff.
Erlöse 19 % 8400 4400
Erlöse 7 % 8300 4300
Erlöse Reverse Charge EU 8336 4336
Erlöse EU-OSS 8331 4331
Erlöse Drittland 8338 4338
Gebühren (Nebenkosten des Geldverkehrs) 4970 6855
Geldtransit 1361 1461
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 0990 3900
Klärungskonto 1590 1370

Dazu kommen drei Grundsatzentscheidungen:

  • Einzeldebitoren oder Sammeldebitor? Mit Einzeldebitoren bekommt jeder Kunde ein eigenes Personenkonto. Das macht offene Posten pro Kunde sichtbar, erzeugt aber mehr Stammdaten. Ein Sammeldebitor ist schlanker. finHero kann beides.
  • Buchungsschlüssel oder Automatikkonten? Viele Erlöskonten in DATEV sind Automatikkonten. Wo nicht, hinterlegst du einen Buchungsschlüssel je Steuerfall.
  • Ein Geldtransitkonto oder Guthabenkonto plus Transit? Die einfache Variante bucht alles über 1361 bzw. 1461. Die ausführliche führt das Stripe-Guthaben als eigenes Finanzkonto und nutzt ein separates Transitkonto für die Auszahlung.

finHero bietet dir für diese Abstimmung eine vorbereitete E-Mail an deine Kanzlei. Sie listet alle Konten, die das Formular braucht. Welche Stripe-Daten in DATEV landen müssen, wie Belege, Umsatzsteuer und Geldtransit zusammenhängen und wie eine monatliche Routine aussieht, erklärt der Überblick Stripe Buchhaltung.

Belege und GoBD

Die GoBD verlangen, dass jede Buchung vollständig, richtig, zeitgerecht und nachvollziehbar ist und sich über einen Beleg prüfen lässt. Für Stripe heißt das: Der Weg von der Zahlung über die Buchung bis zum Beleg muss jederzeit nachvollziehbar sein, auch Jahre später bei einer Betriebsprüfung.

Typische Belege in der Stripe-Buchhaltung sind:

  • Ausgangsrechnungen aus Stripe Billing, Stripe Invoicing oder deinem eigenen Rechnungssystem,
  • Gutschriften und Stornos für Erstattungen und stornierte Rechnungen,
  • Gebührenrechnungen von Stripe als Beleg für den Gebührenaufwand,
  • Stripe-Berichte wie Saldenzusammenfassung und Auszahlungsabgleich als Grundlage der Abstimmung.

Schreibt dein eigenes System die Rechnungen, kommen die Belege nicht aus Stripe. Dann musst du die Verknüpfung zwischen Stripe-Zahlung und Rechnung selbst herstellen, etwa über die Rechnungsnummer in den Zahlungsmetadaten.

Für die GoBD zählen außerdem drei technische Punkte: reproduzierbare Exporte, eine Prüfsumme je Exportpaket und eine Verfahrensdokumentation für den Teilprozess „Zahlungsdienstleister → Finanzbuchhaltung“. finHero liefert die Prüfsumme und übergibt den Buchungsstapel so, dass deine Kanzlei ihn in DATEV festschreiben kann. Die Verfahrensdokumentation bleibt deine Aufgabe. Was genau dazugehört, beschreibt der Leitfaden GoBD-konformer Export von Zahlungsdaten. Wie sich Belege, Abstimmung und Abschluss über alle Zahlungsanbieter hinweg organisieren lassen, zeigt die Pillar Online-Zahlungen in der Buchhaltung.

Stripe Connect und Marktplätze

Bei Stripe Connect fließt ein Teil des Geldes nicht dir zu, sondern wird an verbundene Konten weitergeleitet, deshalb brauchst du zwei zusätzliche Buchungsarten: Transfers und Application Fees. Das betrifft Marktplätze und Plattformen, die Zahlungen im Namen von Händlern, Anbietern oder Dienstleistern abwickeln.

  • Transfers sind Weiterleitungen an verbundene Konten. Sie sind kein Aufwand und kein Erlös deiner Plattform, sondern die Weitergabe von Geld, das dem verbundenen Konto zusteht. finHero bucht sie gegen ein Transferkonto, zum Beispiel ein Kreditorenkonto wie 70000.
  • Application Fees sind die Provision, die deine Plattform einbehält. Sie sind dein Plattform-Erlös. finHero bucht sie auf ein eigenes Erlöskonto, auf Wunsch mit Buchungsschlüssel.

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Kunde zahlt 100,00 € über deine Plattform. 90,00 € gehen per Transfer an den Anbieter, 10,00 € behältst du als Application Fee. Stripe zieht zusätzlich seine Gebühr ab. Im Export erscheinen Zahlung, Transfer, Application Fee und Stripe-Gebühr als getrennte Buchungen.

Wie die Zahlung selbst zu behandeln ist, ob deine Plattform im eigenen Namen oder im Namen des Anbieters verkauft und welche Belege du dafür brauchst, hängt von deinem Vertragsmodell ab. Das ist eine steuerliche Frage für deine Kanzlei, keine technische.

In finHero aktivierst du Connect mit drei Konteneinstellungen: Transferkonto, Erlöskonto für Application Fees und optional ein Buchungsschlüssel. Solange diese Konten fehlen, werden Connect-Transaktionen übersprungen. Bestehende Exporte bleiben unberührt.

Fremdwährungen

Zahlt ein Kunde in USD, GBP oder CHF, muss der Umsatz für die Buchung in Euro umgerechnet werden, und der verwendete Kurs muss dokumentiert und reproduzierbar sein. finHero rechnet jeden Umsatz zum EZB-Referenzkurs des Belegdatums um und speichert den Kurs.

Ein Beispiel: Ein Kunde zahlt 100,00 USD. Bei einem angenommenen EZB-Kurs von 1,0850 USD je Euro am Belegdatum wird der Umsatz mit 92,17 € gebucht.

Stripe rechnet für die Auszahlung aber mit einem eigenen Kurs um und kann eine Umrechnungsgebühr berechnen. Der Euro-Betrag, der tatsächlich im Stripe-Guthaben landet, weicht deshalb leicht vom gebuchten Umsatz ab. Ohne Ausgleich bleibt im Geldtransitkonto eine kleine Differenz stehen, Monat für Monat. finHero exportiert diese Wechselkursdifferenzen als eigene Buchungen, damit das Konto aufgeht. Auf welche Konten Kursgewinne und Kursverluste gebucht werden, klärst du mit deiner Kanzlei.

Zwei Hinweise aus der Praxis:

  • Führe in Stripe möglichst eine Auszahlungswährung pro Bankkonto. Mehrere Auszahlungswährungen brauchen mehrere Geldtransitkonten.
  • Die Umrechnungsgebühr von Stripe ist eine Gebühr wie jede andere und gehört auf das Gebührenkonto, nicht in die Kursdifferenz.

Der DATEV-Buchungsstapel (EXTF): Aufbau, Import, Belegverknüpfung

Der DATEV-Buchungsstapel ist eine CSV-Datei im DATEV-Format (EXTF), die aus einem Kopfsatz mit Mandantendaten und einer Zeile pro Buchung besteht. DATEV liest ihn über den Import für Buchungsstapel ein.

Aufbau

Der Kopfsatz enthält unter anderem Beraternummer, Mandantennummer, Beginn des Wirtschaftsjahres, Sachkontenlänge und den Datumsbereich des Stapels. Passen diese Angaben nicht zum Mandanten in DATEV, wird der Import abgelehnt. Das ist die häufigste Fehlerursache.

Die Buchungszeilen enthalten die Felder, die DATEV für einen Buchungssatz braucht:

Feld Inhalt im Stripe-Export (Beispiel)
Umsatz 119,00
Soll/Haben-Kennzeichen S
Konto 1361
Gegenkonto 8400
BU-Schlüssel leer bei Automatikkonto
Belegdatum Datum der Zahlung
Belegfeld 1 Rechnungsnummer, z. B. RE-2026-0412
Buchungstext Stripe Zahlung · RE-2026-0412 · ch_3P…7Ka

In finHero hinterlegst du Beraternummer, Mandantennummer und Kontenlänge einmalig in den DATEV-Stammdaten.

Import

Den Import übernimmt meist die Kanzlei. Arbeitest du selbst mit DATEV Rechnungswesen, liest du den Stapel über die Importfunktion für Daten im DATEV-Format ein. Danach prüfst du das Importprotokoll, vergleichst Anzahl und Summen mit dem Export, stimmst das Geldtransitkonto mit der Bank ab und lässt die Kanzlei festschreiben. Öffne die Datei vorher nicht in einer Tabellenkalkulation. Das Speichern kann Zeichensatz und Zahlenformate verändern.

Belegverknüpfung und DATEV Unternehmen online

Der Buchungsstapel enthält Buchungen, die Belege kommen getrennt als PDF. Beides findet über die Referenz zusammen, die in Belegfeld 1, im Buchungstext und in der Belegliste steht. Wie die Belegbilder in DATEV an die Buchungen kommen, zum Beispiel über den Belegupload in DATEV Unternehmen online, hängt vom Belegworkflow deiner Kanzlei ab. Sprich diesen Weg einmal ab, dann läuft er jeden Monat gleich.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Fehlertabelle (Mandant passt nicht, Wirtschaftsjahr, Kontenlänge, unbekannte Konten, Umlaute, Doppelimporte) findest du im Leitfaden Stripe in DATEV importieren.

Zusammenarbeit mit der Steuerkanzlei

Eine Stripe DATEV Schnittstelle funktioniert nur so gut wie die Abstimmung mit deiner Kanzlei, denn Kontierung, Steuerfälle und Festschreibung liegen dort. Plane für die Abstimmung einige Werktage ein. Danach läuft jeder Monat nach demselben Muster.

Kläre vor dem ersten Export diese Punkte:

  1. Kontenrahmen SKR03 oder SKR04, Beraternummer, Mandantennummer, Sachkontenlänge.
  2. Erlöskonten je Steuerfall und, falls nötig, Buchungsschlüssel.
  3. Gebührenkonto und umsatzsteuerliche Behandlung der Stripe-Gebühren.
  4. Geldtransit- und gegebenenfalls Guthabenkonto für Stripe.
  5. Einzeldebitoren oder Sammeldebitor.
  6. pRAP: ja oder nein, monatlich oder zum Stichtag.
  7. Wer importiert, wer bucht den Bankeingang der Auszahlung, wie kommen die Belege in DATEV.

Deine Kanzlei braucht keinen Zugriff auf dein Stripe-Konto. Sie bekommt den Buchungsstapel, die Belege und die Belegliste. Weitere Nutzer, etwa aus der Kanzlei, kosten bei finHero nichts extra. Wie Kanzleien mehrere Mandanten mit finHero betreuen, steht unter finHero für Steuerkanzleien. Wenn du nur wissen willst, in welcher Form du die Daten am besten übergibst, lies Zahlungsdaten an den Steuerberater übertragen.

Manche Kanzleien nutzen den Datenservice, den DATEV selbst für Zahlungsdienstleister anbietet. Prüfe für jede Lösung, welche Bestandteile sie abdeckt, also Gebühren, Belege, pRAP und eigene Kontierung, und entscheide gemeinsam. Eine Gegenüberstellung findest du im Beitrag Stripe als Zahlungsdienstleister in DATEV.

Stripe und weitere Zahlungsanbieter

Die meisten Unternehmen nutzen neben Stripe mindestens einen weiteren Zahlungsanbieter, und jeder hat seine eigene Logik. Die Grundprinzipien bleiben gleich: Brutto-Erlös, getrennte Gebühren, ein eigenes Geld- bzw. Transitkonto je Anbieter und ein Beleg je Buchung.

Die Unterschiede liegen im Detail. PayPal führt ein eigenes Guthaben mit mehreren Währungen und liefert keine Umsatzsteuerdaten. Die Besonderheiten erklärt die Pillar PayPal DATEV Export. Mollie zahlt in Settlements aus, GoCardless kennt Rücklastschriften, und Paddle sowie Lemon Squeezy treten als Merchant of Record auf. Wie du diese Anbieter buchst und in einem gemeinsamen Monatsabschluss zusammenführst, zeigt die Pillar Zahlungsanbieter nach DATEV exportieren.

finHero führt beliebig viele Anbieter in einem Monatsabschluss zusammen. Jeder Anbieter hat eigene Konten, sodass sich jedes Geldtransitkonto einzeln abstimmen lässt.

Auch außerhalb Deutschlands funktioniert dieselbe Stripe-Logik. finHero liefert die Stripe-Buchungen auch als Import für Stripe zu BMD in Österreich sowie für Stripe zu bexio und Stripe zu Abacus in der Schweiz.

So funktioniert finHero

finHero ist eine Stripe DATEV Schnittstelle, die Stripe read-only anbindet, nach deinen Konten bucht und pro Monat einen DATEV-Buchungsstapel mit Belegen liefert. Die Einrichtung dauert drei Schritte.

  1. Stripe verbinden. Du installierst finHero aus dem offiziellen Stripe App Marketplace oder verbindest Stripe per API-Key. finHero ist dort gelistet und von Stripe geprüft. Der Zugriff ist nur lesend: finHero kann keine Zahlungen auslösen, keine Erstattungen anstoßen und keine Einstellungen ändern. Die Verbindung steht typischerweise in unter 5 Minuten. Wie das im Detail geht, zeigt die Anleitung Stripe mit finHero verbinden.
  2. Konten konfigurieren. Du wählst SKR03 oder SKR04 und hinterlegst Debitor, Gebührenkonto, Erlöskonten je Steuerfall, Geldtransit- und Guthabenkonto für Stripe und bei Bedarf Klärungskonto, pRAP und Connect-Konten. Alle Konten sind frei konfigurierbar. Die vorbereitete E-Mail an deine Kanzlei hilft bei der Abstimmung.
  3. Export erstellen. Du wählst den Zeitraum und lädst Buchungsstapel, Belege und pRAP-Liste als ZIP herunter. Auf Wunsch erstellt finHero den Stapel jeden Monat automatisch. Der erste Buchungsstapel ist in unter 15 Minuten fertig, auch rückwirkend für vergangene Monate.

Was finHero aus Stripe exportiert:

  • Zahlungen, getrennt nach Steuerfall auf die passenden Erlöskonten,
  • Gebühren als eigene Buchungen,
  • Erstattungen und Chargebacks inklusive Dispute-Gebühren,
  • Auszahlungen über das Geldtransitkonto,
  • Wechselkursdifferenzen bei Fremdwährungen,
  • Rechnungen und Gutschriften als PDF,
  • pRAP-Buchungen und eine Liste der passiven Rechnungsabgrenzungsposten,
  • Stripe Connect: Transfers und Application Fees.

Die Daten liegen verschlüsselt auf Servern in Deutschland, die Verarbeitung ist DSGVO-konform. Wie das Angebot im Vergleich zu anderen Lösungen dasteht, beschreibt Stripe-DATEV-Tool: Preise und Funktionen. Alle Details zur Integration findest du auf der Seite Stripe zu DATEV.

Ehrlich zu den Grenzen: Die Kontenabstimmung mit deiner Kanzlei bleibt nötig, einmalig beim Start.

Vergleich: manuell, Eigenbau oder finHero

Welcher Weg sich lohnt, hängt vor allem von Volumen, Abos und Fremdwährungen ab. Bei einer Handvoll Zahlungen ohne Abos kann ein sorgfältiger manueller Export genügen. Ab wachsendem Volumen, Jahresabos oder mehreren Währungen rechnet sich eine fertige Schnittstelle meist schnell.

Kriterium Manuell / CSV-Export Eigenentwicklung finHero
Einrichtung Keine Entwicklung durch dein Team Unter 5 Minuten Verbindung, erster Stapel unter 15 Minuten
Laufender Aufwand Hoch, jeden Monat Wartung bei Stripe-API-Änderungen Monatlicher Export, auf Wunsch automatisch
Gebühren separat Manuell aufteilen Selbst umsetzen Eigene Buchung je Gebühr
Erstattungen, Chargebacks Manuell ergänzen Selbst umsetzen Automatisch, mit Dispute-Gebühr
Belege als PDF Einzeln herunterladen und zuordnen Selbst umsetzen Rechnungen, Gutschriften, Belegliste
pRAP für Abos Manuell in Excel Selbst umsetzen Automatisch, inkl. Up- und Downgrades
Steuerfälle (EU, OSS, Drittland) Pro Zahlung prüfen Logik selbst bauen Eigenes Erlöskonto je Steuerfall
Fremdwährungen Kurse selbst recherchieren Kursquelle festlegen EZB-Referenzkurs zum Belegdatum, gespeichert
Stripe Connect Kaum praktikabel Selbst umsetzen Transfers und Application Fees
Zielsysteme DATEV, mit Umbau Je System neu bauen DATEV, BMD, bexio, Abacus, Excel
Kosten Arbeitszeit Entwicklungs- und Wartungszeit Ab 29 € netto pro Monat

Für sehr kleine Volumen gibt es eigene Entscheidungshilfen: Stripe DATEV Export für kleine Unternehmen und Stripe DATEV Export für Freelancer. Den direkten Zeit- und Kostenvergleich findest du unter Stripe DATEV Export: automatisch vs. manuell. Wenn du verschiedene spezialisierte Export-Tools gegenüberstellen willst, hilft Stripe-DATEV-Tools im Vergleich.

Typische Fehler

Die meisten Fehler in der Stripe-Buchhaltung entstehen, weil die Netto-Auszahlung statt der Einzelvorgänge gebucht wird. Diese 14 Fehler sehen wir in der Praxis am häufigsten:

  1. Nur Auszahlungen buchen. Die Auszahlung wird als Erlös gebucht. Umsatz, Umsatzsteuer und Gebühren fehlen.
  2. Gebühren mit dem Umsatz verrechnen. Der Erlös wird netto gebucht. Der Umsatz ist zu niedrig, der Aufwand fehlt.
  3. Dispute-Gebühr und Rückbelastung in einer Summe. Erlöskorrektur und Aufwand sind nicht mehr trennbar.
  4. Erstattungen vergessen. Sie fehlen im Export oder landen im falschen Monat. Das Geldtransitkonto geht nicht auf.
  5. Auszahlung doppelt buchen. Einmal aus dem Stripe-Export und einmal aus dem Bankkontoauszug.
  6. Alle Umsätze auf 8400 bzw. 4400. EU-B2B-, OSS- und Drittlandumsätze stehen auf dem Inlandskonto. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung stimmt nicht.
  7. Jahresabos komplett im Zahlungsmonat als Erlös. Ohne pRAP ist das Ergebnis bei bilanzierenden Unternehmen verzerrt.
  8. Fremdwährung zum falschen Kurs. Kurse werden geschätzt oder nicht dokumentiert. Kursdifferenzen bleiben im Transitkonto hängen.
  9. Umrechnungsgebühren übersehen. Sie stecken im umgerechneten Betrag und fehlen auf dem Gebührenkonto.
  10. Belege fehlen oder sind nicht verknüpft. Die Kanzlei muss jede Buchung einzeln einem PDF zuordnen.
  11. Kopfdaten im Buchungsstapel passen nicht. Falsche Berater- oder Mandantennummer, falsches Wirtschaftsjahr oder falsche Kontenlänge führen zum abgelehnten Import.
  12. CSV in Excel geöffnet und neu gespeichert. Umlaute und Zahlenformate gehen kaputt.
  13. Connect-Transfers als Aufwand gebucht. Weiterleitungen an verbundene Konten sind kein Aufwand deiner Plattform.
  14. Kontierung jeden Monat neu entscheiden. Ohne feste Regeln bucht jeder Bearbeiter denselben Vorgang anders.

Checkliste für den Monatsabschluss

Mit dieser Checkliste prüfst du jeden Monat, ob deine Stripe-Buchungen vollständig und abgestimmt sind. Arbeite sie in dieser Reihenfolge ab:

  • Zeitraum ist abgeschlossen, keine Zahlungen des Monats mehr ausstehend.
  • Buchungsstapel für genau diesen Zeitraum erzeugt, ohne Überschneidung mit dem Vormonat.
  • Jede Zahlung ist brutto auf dem Erlöskonto des richtigen Steuerfalls gebucht.
  • Klärungskonto ist leer oder jeder Posten darauf ist geklärt.
  • Jede Gebühr ist separat auf dem Gebührenkonto gebucht, inklusive Dispute- und Umrechnungsgebühren.
  • Erstattungen und Chargebacks sind als eigene Buchungen erfasst.
  • pRAP-Buchungen und pRAP-Liste liegen vor, Auflösungen des Monats sind gebucht.
  • Kursdifferenzen aus Fremdwährungen sind gebucht.
  • Gebührenrechnung von Stripe für den Monat liegt als Beleg vor.
  • Rechnungen und Gutschriften als PDF liegen vor und sind über die Belegliste zugeordnet.
  • Importprotokoll in DATEV ist fehlerfrei, Anzahl und Summen stimmen mit dem Export.
  • Jede Auszahlung ist genau einmal gegen den Bankeingang gebucht.
  • Geldtransitkonto steht auf null oder auf dem Stripe-Guthaben laut Saldenzusammenfassung.
  • Exportpaket ist unverändert als ZIP archiviert, Prüfsumme gespeichert.
  • Kanzlei hat den Stapel geprüft und festgeschrieben.

Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.

Preis

Der Preis richtet sich nur nach der Zahl der Transaktionen pro Monat, nicht nach Zahlungsanbieter oder Buchhaltungssystem. Alle Preise netto zzgl. USt.

Transaktionen pro MonatPreis pro Monat
1–10029 €
101–50049 €
501–1.00079 €
1.001–2.500129 €
2.501–5.000229 €
5.001–7.500359 €
ab 7.501499 €

7 Tage oder erster Export gratis, je nachdem, was zuerst eintritt · keine Kreditkarte nötig · monatlich kündbar

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Häufige Fragen

Was ist eine Stripe DATEV Schnittstelle?

Eine Verbindung, die Stripe-Daten abholt, nach deinem Kontenrahmen kontiert und als DATEV-Buchungsstapel samt Belegen bereitstellt. Ziel ist, dass deine Kanzlei die Daten ohne manuelle Nacharbeit in DATEV importieren kann.

Hat Stripe einen eigenen DATEV-Export?

Nein. Stripe stellt Berichte wie die Saldenzusammenfassung oder den Auszahlungsabgleich als CSV bereit. Einen Buchungsstapel im DATEV-Format mit Konto, Gegenkonto, Buchungsschlüssel und Belegbezug erzeugt Stripe nicht.

Reicht es, nur die Stripe-Auszahlungen auf dem Bankkonto zu buchen?

In der Regel nicht. Eine Auszahlung fasst viele Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und Chargebacks zu einem Nettobetrag zusammen. Erlöse, Umsatzsteuer und Gebühren lassen sich daraus nicht sauber ableiten.

Auf welche Konten bucht man Stripe in SKR03 und SKR04?

Typisch sind Erlöse 19 % auf 8400 (SKR03) bzw. 4400 (SKR04), Gebühren auf 4970 bzw. 6855 und das Stripe-Guthaben über ein Geldtransitkonto wie 1361 bzw. 1461. Die konkrete Zuordnung stimmst du mit deiner Kanzlei ab.

Wie werden Stripe-Gebühren gebucht?

Getrennt vom Umsatz als Aufwand, typischerweise auf Nebenkosten des Geldverkehrs. Der Erlös bleibt brutto, die Gebühr mindert das Stripe-Guthaben. So geht das Geldtransitkonto nach der Auszahlung auf.

Was ist das Geldtransitkonto bei Stripe?

Ein Zwischenkonto, das dein Stripe-Guthaben abbildet. Zahlungen fließen hinein, Gebühren, Erstattungen und Auszahlungen hinaus. Nach jeder Auszahlung steht es auf null oder auf dem Betrag, der noch bei Stripe liegt.

Wie gehe ich mit Jahresabos aus Stripe Billing um?

Bilanzierende Unternehmen grenzen den Teil, der auf künftige Monate entfällt, als passiven Rechnungsabgrenzungsposten ab und lösen ihn monatlich auf. finHero erstellt die pRAP-Buchungen und eine pRAP-Liste automatisch, auch bei Up- und Downgrades.

Wie behandelt eine Stripe DATEV Schnittstelle Umsätze aus der EU und aus Drittländern?

Sie bucht sie auf getrennte Erlöskonten je Steuerfall, etwa Inland 19 %, EU-B2B mit Reverse Charge, Drittland oder OSS. Grundlage sind Kundenland, USt-IdNr. und Steuerbetrag aus Rechnung oder Kundendaten.

Was passiert bei einem Chargeback?

Stripe belastet den strittigen Betrag und eine Dispute-Gebühr. Beides sind eigene Buchungen. Gewinnst du den Streitfall, wird der Betrag wieder gutgeschrieben und ebenfalls als eigene Buchung exportiert.

Wie kommt der Buchungsstapel in DATEV?

Der Buchungsstapel im EXTF-Format wird über den Import für Buchungsstapel in DATEV Rechnungswesen eingelesen, meist von der Kanzlei. Danach prüft sie das Importprotokoll, stimmt das Geldtransitkonto mit der Bank ab und schreibt fest.

Braucht finHero Schreibzugriff auf mein Stripe-Konto?

Nein. finHero liest Stripe-Daten nur. Die App kann keine Zahlungen auslösen, keine Erstattungen anstoßen und keine Einstellungen ändern. finHero ist im offiziellen Stripe App Marketplace gelistet und von Stripe geprüft.

Funktioniert finHero auch mit Stripe Connect?

Ja. finHero bucht Transfers an verbundene Konten und Application Fees als eigene Buchungssätze. Dafür hinterlegst du ein Transferkonto und ein Erlöskonto für Application Fees.

Was kostet eine Stripe DATEV Schnittstelle mit finHero?

Ab 29 € netto im Monat für bis zu 100 Transaktionen, gestaffelt nach Volumen bis 499 € ab 7.501 Transaktionen. Du testest finHero kostenlos: 7 Tage lang oder bis zu deinem ersten Export, je nachdem, was zuerst eintritt. Du brauchst keine Kreditkarte und kannst monatlich kündigen.

Kann ich Stripe auch nach BMD, bexio oder Abacus exportieren?

Ja. finHero liefert dieselben Stripe-Buchungen auch für BMD NTCS in Österreich sowie bexio und Abacus in der Schweiz und als Excel-Datei.

Autor

Daniel Vöckler

Gründer der d-automation GmbH

Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.

Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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