Rücklastschrift: Was ist das?
Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler
Kurz beantwortet
Eine Rücklastschrift ist eine SEPA-Lastschrift, die nach dem Einzug zurückgegeben wird, etwa wegen fehlender Deckung, falscher IBAN oder Widerspruch des Kunden. Der eingezogene Betrag fließt zurück, und der offene Posten beim Kunden lebt wieder auf.
Was eine Rücklastschrift ist
Eine Rücklastschrift entsteht, wenn die Bank des Kunden eine bereits eingezogene SEPA-Lastschrift zurückgibt. Für dich heißt das: Das Geld, das schon als bezahlt galt, ist wieder weg. Die Rechnung ist wieder offen.
Typische Gründe:
- Keine Deckung: Das Konto des Kunden ist nicht ausreichend gedeckt.
- Falsche oder erloschene IBAN: Das Konto existiert nicht mehr.
- Widerspruch: Der Kunde widerspricht der Belastung, bei der Basislastschrift innerhalb von acht Wochen ohne Begründung.
- Fehlendes Mandat: Bei nicht autorisierten Lastschriften gilt eine Frist von 13 Monaten.
Neben dem fehlenden Betrag berechnen Banken in der Regel Gebühren für die Rückgabe.
Rechenbeispiel: GoCardless-Auszahlung mit Rücklastschrift
Eine GoCardless-Auszahlung vom 15. März umfasst zwei Zahlungen, ihre Gebühren und eine Rücklastschrift aus dem Vormonat:
- Zahlung RE-1234: 119,00 €
- Zahlung RE-1240: 4.760,00 €
- Gebühren: − 1,20 € und − 47,00 €
- Rücklastschrift RE-1198: − 119,00 €
- Auszahlung: 119,00 + 4.760,00 − 1,20 − 47,00 − 119,00 = 4.711,80 €
Typische Kontierung im SKR04 (GoCardless-Konto beispielhaft 1816, Geldtransit 1467):
| Vorgang | Soll | Haben | Belegfeld 1 | Betrag |
|---|---|---|---|---|
| Zahlung | 1816 GoCardless | 10000 Debitor | RE-1234 | 119,00 € |
| Gebühr | 6855 Gebühren | 1816 GoCardless | RE-1234 | 1,20 € |
| Zahlung | 1816 GoCardless | 10000 Debitor | RE-1240 | 4.760,00 € |
| Gebühr | 6855 Gebühren | 1816 GoCardless | RE-1240 | 47,00 € |
| Rücklastschrift | 10000 Debitor | 1816 GoCardless | RE-1198 | 119,00 € |
| Auszahlung | 1467 Geldtransit | 1816 GoCardless | – | 4.711,80 € |
Typische Kontierung im SKR03 (gleiche Logik, andere Nummern):
| Vorgang | Soll | Haben | Belegfeld 1 | Betrag |
|---|---|---|---|---|
| Rücklastschrift | 10000 Debitor | 1216 GoCardless | RE-1198 | 119,00 € |
| Gebühr | 4970 Nebenkosten Geldverkehr | 1216 GoCardless | RE-1234 | 1,20 € |
| Auszahlung | 1367 Geldtransit | 1216 GoCardless | – | 4.711,80 € |
Durch dieselbe Rechnungsnummer im Belegfeld 1 lebt der offene Posten RE-1198 auf dem Debitor wieder auf. Die Kanzlei sieht sofort, welche Rechnung erneut offen ist.
Typische Fehler bei Rücklastschriften
Die meisten Fehler entstehen, wenn die Rücklastschrift nicht als eigener Vorgang gebucht wird:
- Nur die geringere Auszahlung gebucht: Der offene Posten bleibt ausgeglichen, obwohl der Kunde nicht gezahlt hat.
- Rücklastschrift als Gebühr gebucht: Der fehlende Betrag landet im Aufwand statt auf dem Debitor.
- Rechnungsnummer fehlt: Ohne dieselbe Nummer wie bei der ursprünglichen Zahlung lebt der falsche oder gar kein Posten wieder auf.
- Bankgebühr vergessen: Die zusätzliche Gebühr der Bank ist eigener Aufwand und gehört separat gebucht.
Bezug zu Zahlungsanbietern
Rücklastschriften gibt es überall, wo SEPA-Lastschriften eingezogen werden. GoCardless ist auf Lastschriften spezialisiert und weist Rücklastschriften als eigene Posten der Auszahlung aus. Stripe bietet SEPA-Lastschrift als Zahlungsmethode, eine Rücklastschrift kehrt dort die ursprüngliche Zahlung um. Auch Mollie und Adyen ziehen Lastschriften ein.
Bei Kartenzahlungen heißt das Gegenstück Chargeback. Mehr zum Lastschriftverfahren und seinen Risiken findest du unter Zahlungen per SEPA-Lastschrift günstiger einziehen. Den kompletten GoCardless-Ablauf zeigt GoCardless nach DATEV exportieren, alle Anbieter im Überblick der Leitfaden Zahlungsanbieter nach DATEV exportieren.
Rücklastschrift und Ist-Versteuerung
Bei Ist-Versteuerung entsteht die Umsatzsteuer erst mit dem Zahlungseingang. Wird eine Zahlung zurückgebucht, war sie im Ergebnis nie da, und die Umsatzsteuer ist zu korrigieren. In diesem Fall reicht es nicht, den Debitor wieder aufleben zu lassen. Zusätzlich wird der Erlös storniert. Bei Soll-Versteuerung bleibt die Umsatzsteuer mit der Rechnung entstanden, eine Korrektur kommt erst bei endgültigem Ausfall in Betracht.
So löst finHero das
finHero bucht Rücklastschriften als eigene Buchung Debitor an Anbieterkonto, mit derselben Rechnungsnummer im Belegfeld 1 wie die ursprüngliche Zahlung. Bei Ist-Versteuerung oder wenn die Rechnungen nicht in DATEV liegen, bucht finHero zusätzlich den Erlös-Storno. finHero ist offizieller GoCardless-Partner und verbindet sich per OAuth mit reinem Lesezugriff.
Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.
FAQ
Häufige Fragen
Wie lange kann ein Kunde einer SEPA-Lastschrift widersprechen?
Bei der SEPA-Basislastschrift acht Wochen ab Belastung ohne Angabe von Gründen. Bei einer nicht autorisierten Lastschrift, also ohne gültiges Mandat, bis zu 13 Monate.
Ist eine Rücklastschrift dasselbe wie ein Chargeback?
Wirtschaftlich ähnlich, technisch nicht. Die Rücklastschrift betrifft SEPA-Lastschriften, der Chargeback Kartenzahlungen.
Muss ich die Rücklastschriftgebühr der Bank weiterberechnen?
Das kannst du, wenn deine AGB es vorsehen und der Kunde die Rückgabe zu vertreten hat. Buchhalterisch ist die Gebühr zunächst dein Aufwand.
Autor
Daniel Vöckler
Gründer der d-automation GmbH
Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.
Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026
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