Belegfeld 1: Was ist das?
Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler
Kurz beantwortet
Belegfeld 1 ist das Feld im DATEV-Buchungssatz für die Belegnummer, meist die Rechnungsnummer, mit maximal 36 Zeichen. DATEV nutzt es, um Zahlungen automatisch mit offenen Posten auf Debitoren- und Kreditorenkonten auszugleichen.
Was Belegfeld 1 ist
Belegfeld 1 ist im DATEV-Format die Spalte für die Belegnummer. Es verbindet eine Buchung mit dem Dokument, auf dem sie beruht. Bei Ausgangsrechnungen steht dort die Rechnungsnummer, bei Zahlungen dieselbe Nummer wie in der Rechnung.
Seine wichtigste Funktion ist der Ausgleich offener Posten (OP-Ausgleich). Wenn eine Rechnung über 119,00 € mit Belegfeld 1 „RE-1234“ auf dem Debitor steht und eine Zahlung über 119,00 € mit demselben Belegfeld 1 gebucht wird, gleicht DATEV den Posten automatisch aus. Ohne passende Nummer bleibt der Posten offen.
Technische Regeln:
- Maximal 36 Zeichen
- Buchstaben, Ziffern und wenige Sonderzeichen wie
-,/,_ - Groß- und Kleinschreibung beachten, wenn die Kanzlei exakt abgleicht
Im DATEV-Buchungsstapel steht Belegfeld 1 neben Belegdatum und Buchungstext.
Rechenbeispiel: OP-Ausgleich mit Belegfeld 1
Ein Kunde erhält Rechnung RE-1234 über 119,00 € brutto. Er zahlt per SEPA-Lastschrift, der Zahlungsanbieter behält 1,20 € Gebühr ein.
Typische Kontierung im SKR03:
| Vorgang | Soll | Haben | Belegfeld 1 | Betrag |
|---|---|---|---|---|
| Rechnung | 10000 Debitor | 8400 Erlöse | RE-1234 | 119,00 € |
| Zahlung | 1361 Geldtransit Stripe | 10000 Debitor | RE-1234 | 119,00 € |
| Gebühr | 4970 Nebenkosten Geldverkehr | 1361 Geldtransit Stripe | RE-1234 | 1,20 € |
Typische Kontierung im SKR04:
| Vorgang | Soll | Haben | Belegfeld 1 | Betrag |
|---|---|---|---|---|
| Rechnung | 10000 Debitor | 4400 Erlöse | RE-1234 | 119,00 € |
| Zahlung | 1461 Geldtransit Stripe | 10000 Debitor | RE-1234 | 119,00 € |
| Gebühr | 6855 Nebenkosten Geldverkehr | 1461 Geldtransit Stripe | RE-1234 | 1,20 € |
Der Debitor 10000 steht danach bei RE-1234 auf null. Hätte die Zahlung im Belegfeld 1 nur die Transaktions-ID „PM00ABC“, müsste die Kanzlei den Posten manuell zuordnen. Bei 200 Zahlungen im Monat summiert sich das schnell.
Belegfeld 1 und verwandte Felder
Belegfeld 1 ist nicht das einzige Referenzfeld im DATEV-Buchungssatz. Damit du die Felder richtig nutzt, hilft eine kurze Abgrenzung:
- Belegfeld 1: Hauptbelegnummer, steuert den OP-Ausgleich. Hier gehört die Rechnungsnummer hin.
- Belegfeld 2: Zusatzfeld, oft für Fälligkeitsdatum oder eine zweite Nummer genutzt.
- Buchungstext: frei lesbarer Text, ideal für die Transaktions-ID des Zahlungsanbieters, etwa „Zahlung ch_…7Qx“.
- Zusatzinformationen: weitere Felder für Art und Inhalt, die manche Kanzleien für interne Referenzen nutzen.
Eine bewährte Aufteilung: Rechnungsnummer in Belegfeld 1, Transaktions-ID im Buchungstext. So funktioniert der OP-Ausgleich automatisch, und Rückfragen zur einzelnen Zahlung lassen sich trotzdem über die ID beim Anbieter klären.
Häufiger Fehler: Die Transaktions-ID landet in Belegfeld 1. Dann ist jede Buchung eindeutig, aber kein offener Posten wird ausgeglichen.
Bezug zu Zahlungsanbietern
Zahlungsanbieter vergeben eigene IDs, die mit deinen Rechnungsnummern nichts zu tun haben. Stripe nutzt IDs wie ch_… oder pi_…, PayPal Transaktions-IDs, Mollie tr_…, Adyen PSP-Referenzen. Für den OP-Ausgleich brauchst du aber die Rechnungsnummer im Belegfeld 1.
Bei Stripe Billing ist die Rechnungsnummer direkt in den Daten vorhanden. Bei GoCardless steckt sie in der Zahlungsreferenz, oft als „Firma GmbH RE-1234“. Dort muss die Nummer erst herausgelesen werden. Das gilt auch für Rücklastschriften: Mit derselben Nummer im Belegfeld 1 lebt der offene Posten wieder auf.
Wie das bei GoCardless im Detail funktioniert, zeigt der Artikel GoCardless-Rechnungsnummer in Belegfeld 1. Den Weg aller Anbieter nach DATEV beschreibt Zahlungsanbieter nach DATEV exportieren.
Belegfeld 1 außerhalb von DATEV
Auch andere Buchhaltungssysteme kennen ein Feld für die Belegnummer, nur heißt es anders. In BMD NTCS ist es das Feld „belegnr“, in Abacus und bexio eine Referenz- oder Belegnummer in der Buchung. Die Logik ist überall gleich: Eine eindeutige Nummer verbindet Rechnung, Zahlung und Beleg. Wer seine Rechnungsnummern von Anfang an eindeutig und gut lesbar vergibt, etwa „RE-2026-0311“, hat es in allen Systemen leichter. Vermeide Nummern, die sich nur durch Groß- und Kleinschreibung oder Leerzeichen unterscheiden.
So löst finHero das
Bei GoCardless liest finHero die Rechnungsnummer automatisch aus der Zahlungsreferenz und schreibt sie in Belegfeld 1. Standardmäßig nimmt finHero den letzten Teil der Referenz, der Ziffern enthält. Passt das nicht, hinterlegst du ein eigenes Suchmuster und testest es an deinen echten Referenzen.
Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.
FAQ
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Belegfeld 1 und Belegfeld 2?
Belegfeld 1 trägt die Hauptbelegnummer und steuert den OP-Ausgleich. Belegfeld 2 ist ein Zusatzfeld, das häufig für Fälligkeitsdaten oder eine zweite Referenz genutzt wird.
Was passiert, wenn Belegfeld 1 leer ist?
Die Buchung wird trotzdem importiert, aber DATEV kann die Zahlung nicht automatisch einem offenen Posten zuordnen. Der Debitor muss dann von Hand ausgeziffert werden.
Darf Belegfeld 1 Buchstaben enthalten?
Ja, erlaubt sind Buchstaben, Ziffern und einige Sonderzeichen wie Bindestrich. Für den automatischen OP-Ausgleich muss die Nummer exakt der Rechnungsnummer im offenen Posten entsprechen.
Autor
Daniel Vöckler
Gründer der d-automation GmbH
Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.
Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026
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