Chargeback: Was ist das?
Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler
Kurz beantwortet
Ein Chargeback ist die Rückbuchung einer Kartenzahlung auf Veranlassung der kartenausgebenden Bank, meist nach einer Reklamation des Karteninhabers. Der Zahlungsanbieter belastet dein Guthaben mit dem Betrag und in der Regel mit einer zusätzlichen Gebühr.
Was ein Chargeback ist
Ein Chargeback ist ein Schutzmechanismus der Kartennetzwerke für Karteninhaber. Behauptet ein Kunde, eine Zahlung nicht autorisiert oder die Ware nicht erhalten zu haben, kann seine Bank die Zahlung zurückfordern. Der Zahlungsanbieter zieht das Geld dann von deinem Guthaben ab. Bei Stripe heißt dieser Vorgang Dispute.
Der Ablauf in drei Schritten:
- Rückbuchung: Betrag plus Gebühr werden deinem Guthaben belastet.
- Stellungnahme: Du kannst Nachweise einreichen, etwa Rechnung, Lieferbeleg oder Login-Protokolle.
- Entscheidung: Gewinnst du, kommt der Betrag zurück. Verlierst du, bleibt er weg.
Buchhalterisch sind das zwei unterschiedliche Effekte: die Minderung des Guthabens und eine Gebühr als Aufwand.
Rechenbeispiel: Chargeback über 119 €
Ein Kunde hat 119,00 € brutto per Karte über Stripe bezahlt. Einen Monat später kommt ein Chargeback. Stripe belastet 119,00 € plus 15,00 € Dispute-Gebühr. Der Betrag ist in diesem Beispiel endgültig verloren.
Typische Kontierung im SKR03:
| Vorgang | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| Rückbuchung (Storno Erlös) | 8400 Erlöse | 1361 Geldtransit | 119,00 € |
| Dispute-Gebühr | 4970 Nebenkosten Geldverkehr | 1361 Geldtransit | 15,00 € |
Typische Kontierung im SKR04:
| Vorgang | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| Rückbuchung (Storno Erlös) | 4400 Erlöse | 1461 Geldtransit | 119,00 € |
| Dispute-Gebühr | 6855 Nebenkosten Geldverkehr | 1461 Geldtransit | 15,00 € |
Die nächste Auszahlung ist um 134,00 € kleiner. Ohne diese Buchungen bliebe auf dem Geldtransitkonto ein Saldo von 134,00 € stehen. Arbeitet deine Kanzlei mit Debitoren, kann sie die Rückbuchung alternativ gegen den Debitor buchen, sodass der offene Posten wieder auflebt.
Chargeback, Erstattung und Rücklastschrift im Vergleich
Chargeback, Erstattung und Rücklastschrift mindern alle das Guthaben, unterscheiden sich aber in Auslöser und Buchung:
| Merkmal | Erstattung (Refund) | Chargeback | Rücklastschrift |
|---|---|---|---|
| Auslöser | du selbst | Bank des Karteninhabers | Bank des Lastschriftzahlers |
| Zahlart | alle | Karten | SEPA-Lastschrift |
| Zusatzgebühr | meist keine | meist ja | oft ja |
| Beleg | Gutschrift | Dispute-Mitteilung | Rückgabemitteilung |
| Umkehrbar | nein | ja, bei gewonnenem Dispute | nein, erneuter Einzug nötig |
Die Unterscheidung ist wichtig für die Belegführung. Bei einer Erstattung erstellst du eine Gutschrift. Beim Chargeback gibt es keine Gutschrift von dir, Beleg ist die Mitteilung des Anbieters. Wird der Dispute später gewonnen, kehrt eine weitere Buchung den Vorgang um.
Bezug zu Zahlungsanbietern
Chargebacks betreffen vor allem Kartenzahlungen, also Stripe, Adyen, Mollie und PayPal. Stripe nennt sie Disputes und liefert sie als eigene Bewegung im Guthaben. Mollie meldet Chargebacks zu einzelnen Zahlungen und verrechnet sie im Settlement. PayPal kennt Rückbuchungen aus Käuferschutzfällen und Kreditkarten-Chargebacks. Adyen führt Rückbuchungen in der Balance Platform.
Bei SEPA-Lastschriften heißt das Gegenstück Rücklastschrift, etwa bei GoCardless. Bei Paddle und Lemon Squeezy trägt der Merchant of Record das Chargeback-Risiko gegenüber dem Endkunden, die Auswirkung auf deine Auszahlung hängt vom Vertrag ab.
Wie oft Chargebacks und andere Sonderfälle je Anbieter Arbeit machen, vergleicht Stripe vs. PayPal vs. Mollie in der Buchhaltung. Den Abgleich am Monatsende beschreibt Online-Zahlungen abstimmen, den Rahmen der Leitfaden Online-Zahlungen in der Buchhaltung.
Chargebacks im Monatsabschluss
Chargebacks gehören in denselben Monat wie die Belastung beim Zahlungsanbieter, nicht in den Monat der ursprünglichen Zahlung. Die ursprüngliche Zahlung bleibt in ihrem Monat gebucht. Die Rückbuchung kommt als neue Buchung hinzu, mit Bezug zur Original-Transaktion. So bleiben abgeschlossene Monate unverändert, und die Auszahlung, in der der Chargeback verrechnet ist, geht trotzdem auf. Ziehe Chargebacks dabei nicht still von den Erlösen der laufenden Woche ab. Ohne eigene Buchung kann später niemand erklären, warum eine Auszahlung niedriger war.
So löst finHero das
finHero exportiert Chargebacks und Disputes als eigene, referenzierbare Buchungen mit der Transaktions-ID der ursprünglichen Zahlung. Bei PayPal und Mollie bucht finHero Chargebacks wie eine Rücklastschrift. So bleibt das Transitkonto ausgeglichen, und die Kanzlei sieht jeden Fall einzeln.
Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.
FAQ
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Chargeback und Erstattung?
Eine Erstattung löst du selbst aus. Ein Chargeback wird von der Bank des Kunden veranlasst, oft ohne dein Zutun, und kostet meist eine zusätzliche Gebühr.
Muss ich bei einem Chargeback die Umsatzsteuer korrigieren?
Wenn das Geld endgültig verloren ist, kommt eine Korrektur der Umsatzsteuer in Betracht. Ob und wann, hängt vom Einzelfall ab, etwa ob du den Dispute gewinnst. Kläre das mit deiner Kanzlei.
Was passiert, wenn ich den Dispute gewinne?
Dann schreibt der Zahlungsanbieter den Betrag wieder gut. Das ist eine eigene Buchung, die die Rückbuchung umkehrt. Die Dispute-Gebühr wird je nach Anbieter nicht immer erstattet.
Autor
Daniel Vöckler
Gründer der d-automation GmbH
Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.
Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026
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