BMD NTCS: Was ist das?
Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler
Kurz beantwortet
BMD NTCS ist eine Software für Rechnungswesen, Steuer und Lohn des österreichischen Herstellers BMD Systemhaus, die in vielen Steuerberatungskanzleien in Österreich eingesetzt wird. Buchungen aus Fremdsystemen kommen über den BMD-Buchungsimport hinein, typischerweise als Semikolon-CSV mit festgelegten Feldern.
Was BMD NTCS ist
BMD NTCS ist in Österreich für viele Kanzleien das, was DATEV in Deutschland ist: das zentrale System für Finanzbuchhaltung, Bilanz und Steuererklärungen. „NTCS“ ist die aktuelle Produktgeneration des Herstellers BMD aus Steyr. Unternehmen nutzen BMD entweder selbst oder geben ihre Daten an die Kanzlei, die in BMD bucht.
Für Buchungen aus Fremdsystemen gibt es den BMD-Buchungsimport. Er liest Textdateien mit fest benannten Spalten ein. Die wichtigsten Standardfelder sind:
- satzart: Art des Datensatzes
- konto / gkonto: Konto und Gegenkonto
- belegnr: Belegnummer
- buchsymbol / buchcode: Buchungssymbol (z. B. für Zahlungen oder Rechnungen) und Soll/Haben-Kennung
- prozent / steuercode / steuer: Steuersatz, Steuercode und Steuerbetrag
- betrag: Betrag
- text: Buchungstext
Die Kanzlei legt einmal fest, welche Spalte welches Feld ist, und wie Steuercodes verwendet werden. Danach läuft der Import jeden Monat gleich.
Rechenbeispiel: Stripe-Auszahlung in BMD
Zwei Kunden zahlen über Stripe 120,00 € und 360,00 € brutto, jeweils mit 20 % österreichischer USt. Stripe behält 2,05 € und 5,29 € Gebühren ein. Die Auszahlung beträgt 120,00 + 360,00 − 2,05 − 5,29 = 472,66 €.
Im Einheitskontenrahmen (EKR) laufen die Vorgänge über ein Verrechnungskonto des Zahlungsanbieters. Die Kontonummern sind Beispielwerte, die du mit deiner Kanzlei festlegst:
| Vorgang | Konto | Gegenkonto | Steuer | Betrag |
|---|---|---|---|---|
| Zahlung RE-1001 | Verrechnungskonto Stripe | Erlöskonto 20 % (z. B. 4000) | 20 % | 120,00 |
| Gebühr | Spesen des Geldverkehrs | Verrechnungskonto Stripe | lt. Kanzlei | 2,05 |
| Zahlung RE-1002 | Verrechnungskonto Stripe | Erlöskonto 20 % (z. B. 4000) | 20 % | 360,00 |
| Gebühr | Spesen des Geldverkehrs | Verrechnungskonto Stripe | lt. Kanzlei | 5,29 |
| Auszahlung | Bank (z. B. 2800) | Verrechnungskonto Stripe | – | 472,66 |
In der Datei stehen Beträge mit Dezimalkomma und Datum im Format TT.MM.JJJJ. Das Verrechnungskonto steht nach der Auszahlung auf null. Für Deutschland entspräche das den Konten aus SKR03 / SKR04, etwa 1360/1460 für Geldtransit.
Was du vor dem ersten Import klärst
Ein BMD-Import funktioniert dann zuverlässig, wenn die Kanzlei die Regeln einmal festlegt. Diese Punkte gehören in das Abstimmungsgespräch:
- Konten aus dem EKR: für Erlöse, Verrechnungskonto je Anbieter, Bank und Spesen des Geldverkehrs.
- Steuercodes: für Inland zu 20 %, 13 % oder 10 %, EU-Umsätze, OSS und Reverse Charge.
- Debitoren: Einzeldebitoren je Kunde oder ein Sammeldebitor.
- Buchungssymbole: getrennt für Zahlungen und Rechnungen.
- Zeichenkodierung: ANSI als BMD-Standard oder UTF-8.
- Rhythmus: üblich ist monatlich, bei Bedarf rückwirkend für vergangene Monate.
Wichtig: Steuersätze und Steuercodes legt deine Steuerberatungskanzlei verbindlich fest. Die Abstimmung dauert erfahrungsgemäß ein paar Werktage, danach läuft jeder Monat nach demselben Muster.
Bezug zu Zahlungsanbietern
Kein Zahlungsanbieter exportiert direkt im BMD-Format. Stripe, PayPal, Mollie, Adyen, Paddle, Lemon Squeezy und GoCardless liefern eigene Berichte mit Dezimalpunkt, englischen Spaltennamen und ohne österreichische Steuercodes. Die Kanzlei müsste diese Daten jeden Monat umbauen.
Dazu kommen österreichische Besonderheiten. Gebühren von Stripe Payments Europe mit Sitz in Irland sind umsatzsteuerlich gesondert zu beurteilen. Paddle- und Lemon-Squeezy-Erlöse werden als Reverse-Charge-Erlöse gegen den Merchant of Record gebucht. Steuercodes für Inland, EU, OSS und Reverse Charge legt die Kanzlei fest.
Wie der Import Schritt für Schritt funktioniert, beschreibt Buchungsimport in BMD NTCS. Ein konkretes Beispiel zeigt Stripe zu BMD. Den Gesamtüberblick gibt der Leitfaden BMD Export.
BMD NTCS und DATEV im Vergleich
Inhaltlich buchen BMD und DATEV dieselben Geschäftsfälle, technisch unterscheiden sie sich deutlich. DATEV erwartet das EXTF-Format mit Kopfzeile und BU-Schlüsseln, BMD eine CSV mit eigenen Feldnamen und Steuercodes. Für Zahlungsanbieter bleibt die Logik aber gleich: Zahlung auf das Verrechnungskonto, Gebühr als eigener Aufwand, Auszahlung gleicht das Konto aus.
So löst finHero das
finHero erstellt einen import-fertigen Buchungsstapel für den BMD-NTCS-Buchungsimport: Semikolon-CSV mit den BMD-Standardfeldern, Beträgen mit Dezimalkomma und Datum als TT.MM.JJJJ, wahlweise in ANSI oder UTF-8. Steuercodes je Steuerfall und Buchungssymbole hinterlegst du einmal laut Kanzlei. Rechnungs-PDFs und Belegliste liegen dem Export bei.
Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.
FAQ
Häufige Fragen
Kann ich DATEV-Buchungsstapel in BMD NTCS importieren?
Nicht direkt sinnvoll. BMD arbeitet mit eigenen Feldern, Steuercodes und dem österreichischen Einheitskontenrahmen. Ein Export sollte deshalb direkt im BMD-Format erstellt werden.
Welche Zeichenkodierung erwartet BMD?
Standard ist ANSI bzw. Windows-1252. UTF-8 ist nur sinnvoll, wenn die Kanzlei BMD ausdrücklich darauf eingestellt hat.
Wer richtet den Import in BMD ein?
In der Regel deine Steuerberatungskanzlei. Sie legt einmal die Importdefinition an und ordnet die Spalten zu, danach läuft der Import jeden Monat gleich.
Autor
Daniel Vöckler
Gründer der d-automation GmbH
Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.
Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026
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