DATEV-Buchungsstapel: Was ist das?

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler

Kurz beantwortet

Ein DATEV-Buchungsstapel ist eine CSV-Datei im DATEV-Format, die viele Buchungssätze eines Zeitraums samt Kopfdaten enthält und in DATEV Rechnungswesen importiert wird. Jede Zeile beschreibt einen Geschäftsvorfall mit Umsatz, Soll/Haben-Kennzeichen, Konto, Gegenkonto, Belegdatum, Belegfeld und Buchungstext.

Was ein DATEV-Buchungsstapel ist

Ein DATEV-Buchungsstapel ist das Standard-Transportformat, mit dem Buchungen aus Fremdsystemen in DATEV gelangen. Statt jede Buchung von Hand zu erfassen, liest die Kanzlei eine Datei ein, die Hunderte oder Tausende Buchungssätze auf einmal enthält.

Technisch ist der Stapel eine Textdatei mit Semikolon als Trennzeichen. Die erste Zeile ist der Kopf: Er nennt unter anderem das Format, die Beraternummer, die Mandantennummer, die Länge der Sachkonten und den Zeitraum. Wie dieser Kopf genau aufgebaut ist, erklärt der Eintrag DATEV-Format (EXTF). Danach folgen eine Zeile mit Spaltenüberschriften und die eigentlichen Buchungszeilen.

Die wichtigsten Felder je Zeile sind:

  • Umsatz: Betrag ohne Vorzeichen, mit Dezimalkomma
  • Soll/Haben-Kennzeichen: S oder H, bezogen auf das Konto
  • Konto und Gegenkonto: zum Beispiel Erlöskonto und Geldtransitkonto
  • BU-Schlüssel: steuert die Umsatzsteuer-Automatik
  • Belegdatum: Tag und Monat des Geschäftsvorfalls
  • Belegfeld 1: Rechnungs- oder Belegnummer, wichtig für den Ausgleich offener Posten
  • Buchungstext: kurze Beschreibung, oft mit Transaktions-ID

Warum Zahlungsanbieter einen eigenen Buchungsstapel brauchen

Zahlungsanbieter zahlen netto und gebündelt aus, deshalb reicht der Bankauszug als Buchungsgrundlage nicht. Auf dem Konto steht nur „Stripe 9.680,00 €“, dahinter stecken aber Dutzende Zahlungen, Gebühren und Erstattungen.

Der Buchungsstapel löst dieses Bündel in Einzelbuchungen auf. Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und die Auszahlung stehen als eigene Zeilen darin. So kann die Kanzlei jede Zahlung einer Rechnung zuordnen und die Gebühren als Aufwand erfassen. Die Auszahlung gleicht am Ende das Geldtransitkonto aus.

Rechenbeispiel: eine Stripe-Auszahlung im Buchungsstapel

Ein Beispiel zeigt, wie eine Auszahlung in Buchungszeilen zerfällt. Zwei Kunden zahlen je 238,00 € brutto (200,00 € netto plus 19 % USt). Stripe behält 4,01 € und 4,01 € Gebühren ein. Die Auszahlung beträgt 238,00 + 238,00 − 4,01 − 4,01 = 467,98 €.

Typische Kontierung im SKR03:

Umsatz S/H Konto Gegenkonto Belegfeld 1 Buchungstext
238,00 S 1361 8400 RE-1001 Zahlung ch_…7Qx
4,01 S 4970 1361 RE-1001 Stripe-Gebühr ch_…7Qx
238,00 S 1361 8400 RE-1002 Zahlung ch_…2Lm
4,01 S 4970 1361 RE-1002 Stripe-Gebühr ch_…2Lm
467,98 S 1200 1361 po_…9Zt Auszahlung an Bank

Typische Kontierung im SKR04:

Umsatz S/H Konto Gegenkonto Belegfeld 1 Buchungstext
238,00 S 1461 4400 RE-1001 Zahlung ch_…7Qx
4,01 S 6855 1461 RE-1001 Stripe-Gebühr ch_…7Qx
238,00 S 1461 4400 RE-1002 Zahlung ch_…2Lm
4,01 S 6855 1461 RE-1002 Stripe-Gebühr ch_…2Lm
467,98 S 1800 1461 po_…9Zt Auszahlung an Bank

Nach der letzten Zeile steht das Geldtransitkonto auf null. Bleibt ein Saldo, fehlt eine Buchung. Die Umsatzsteuer auf die Erlöse ermittelt DATEV über das Automatikkonto bzw. den BU-Schlüssel.

Bezug zu Zahlungsanbietern

Kein Zahlungsanbieter liefert einen fertigen DATEV-Buchungsstapel. Stripe, PayPal, Mollie, Adyen, Paddle, Lemon Squeezy und GoCardless stellen Berichte oder CSV-Rohdaten bereit. Diese Rohdaten passen zu keinem Kontenrahmen: Konten, Gegenkonten, BU-Schlüssel und Belegnummern fehlen.

Jeder Anbieter hat dabei eigene Besonderheiten. Mollie bündelt Zahlungen in Settlements, GoCardless liefert Rücklastschriften, PayPal rechnet in Fremdwährungen ab, Paddle und Lemon Squeezy treten als Merchant of Record auf. Ein brauchbarer Buchungsstapel muss all das abbilden. Wer mehrere Anbieter nutzt, will meist einen gemeinsamen Stapel pro Monat, wie im Artikel Multi-Provider-Buchungsstapel beschrieben. Den Gesamtprozess über alle Anbieter erklärt der Leitfaden Zahlungsanbieter nach DATEV exportieren, den Stripe-Fall vertieft die Stripe DATEV Schnittstelle.

So löst finHero das

finHero liest deine Zahlungsanbieter mit reinem Lesezugriff und erzeugt daraus einen import-fertigen Buchungsstapel im EXTF-Format für SKR03 oder SKR04. Zahlungen, Gebühren, Erstattungen, Chargebacks und Auszahlungen stehen als eigene Buchungen mit Transaktions-ID darin, die Belege kommen als PDF dazu. Alle Konten konfigurierst du frei, mehrere Anbieter laufen in einem Monatsabschluss zusammen.

Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.

Häufige Fragen

Kann ich einen DATEV-Buchungsstapel selbst importieren?

Ja, wenn du selbst mit DATEV Rechnungswesen arbeitest, liest du ihn über die Importfunktion für Daten im DATEV-Format ein. Meist übernimmt das deine Steuerkanzlei, die den Stapel danach prüft und festschreibt.

Darf ich den Buchungsstapel vor dem Import in Excel öffnen?

Besser nicht. Öffnen und Speichern in einer Tabellenkalkulation kann Zeichensatz, Datums- und Zahlenformate verändern. Dann lehnt DATEV die Datei ab oder liest Werte falsch ein.

Wie viele Buchungsstapel brauche ich pro Monat?

Üblich ist ein Stapel pro Monat. Nutzt du mehrere Zahlungsanbieter, kann finHero sie in einem gemeinsamen Monatsabschluss zusammenführen, wobei jeder Anbieter seine eigenen Konten behält.

Was passiert, wenn ich denselben Stapel zweimal importiere?

Dann stehen alle Buchungen doppelt im Mandanten. Lösche den doppelten Stapel vor der Festschreibung und benenne Exporte eindeutig nach Zeitraum.

Autor

Daniel Vöckler

Gründer der d-automation GmbH

Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.

Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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