Auszahlung (Payout): Was ist das?

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler

Kurz beantwortet

Ein Payout ist die Überweisung des Guthabens beim Zahlungsanbieter auf dein Bankkonto, gebündelt und nach Abzug von Gebühren, Erstattungen und Rückbuchungen. Buchhalterisch ist er kein Umsatz, sondern ein Geldtransfer zwischen zwei eigenen Finanzkonten.

Was ein Payout ist

Ein Payout, auf Deutsch Auszahlung, ist der Moment, in dem Geld vom Zahlungsanbieter auf dein Bankkonto wandert. Bis dahin sammelt der Anbieter eingehende Zahlungen in einem Guthaben. In festen Abständen oder auf Abruf überweist er den Saldo.

Ein Payout hat drei typische Eigenschaften:

  • Gebündelt: Ein Betrag enthält viele Einzelzahlungen.
  • Netto: Gebühren, Erstattungen und Rückbuchungen sind bereits abgezogen.
  • Zeitversetzt: Zwischen Kundenzahlung und Bankeingang liegen oft mehrere Tage.

Im Kontoauszug steht deshalb zum Beispiel nur „Stripe 9.680,00 €“ oder „Mollie Payments B.V. 1.480,00 €“. Welche Rechnungen, Gebühren und Erstattungen dahinterstecken, zeigt er nicht.

Rechenbeispiel: einen Payout aufschlüsseln

Ein Stripe-Payout über 472,66 € enthält zwei Zahlungen und zwei Gebühren:

  • Zahlung RE-1001: 120,00 €
  • Zahlung RE-1002: 360,00 €
  • Gebühr zu RE-1001: − 2,05 €
  • Gebühr zu RE-1002: − 5,29 €
  • Payout: 120,00 + 360,00 − 2,05 − 5,29 = 472,66 €

Typische Kontierung im SKR03:

Vorgang Soll Haben Betrag
Zahlung RE-1001 1361 Geldtransit Stripe 8400 Erlöse 120,00 €
Gebühr RE-1001 4970 Nebenkosten Geldverkehr 1361 Geldtransit Stripe 2,05 €
Zahlung RE-1002 1361 Geldtransit Stripe 8400 Erlöse 360,00 €
Gebühr RE-1002 4970 Nebenkosten Geldverkehr 1361 Geldtransit Stripe 5,29 €
Payout 1200 Bank 1361 Geldtransit Stripe 472,66 €

Typische Kontierung im SKR04:

Vorgang Soll Haben Betrag
Zahlung RE-1001 1461 Geldtransit Stripe 4400 Erlöse 120,00 €
Gebühr RE-1001 6855 Nebenkosten Geldverkehr 1461 Geldtransit Stripe 2,05 €
Zahlung RE-1002 1461 Geldtransit Stripe 4400 Erlöse 360,00 €
Gebühr RE-1002 6855 Nebenkosten Geldverkehr 1461 Geldtransit Stripe 5,29 €
Payout 1800 Bank 1461 Geldtransit Stripe 472,66 €

Nach dem Payout steht das Geldtransitkonto auf null. In der Praxis bucht die Kanzlei die Bankseite oft über den Bankimport. Dann darf der Payout im Export nicht zusätzlich auf das Bankkonto gebucht werden, sonst entsteht er doppelt.

Typische Fehler bei Payouts

Die häufigsten Fehler entstehen, wenn der Payout wie eine normale Kundenzahlung behandelt wird. Diese Muster tauchen in der Praxis immer wieder auf:

  • Payout als Erlös gebucht: Der Nettobetrag landet direkt auf dem Erlöskonto. Gebühren fehlen, die Umsatzsteuer ist falsch berechnet.
  • Doppelte Bankbuchung: Der Payout steht einmal im Export und einmal im Bankimport der Kanzlei. Vereinbare, wer die Bankseite bucht.
  • Monatsgrenze übersehen: Ein Payout vom 2. April kann Zahlungen vom 28. bis 31. März enthalten. Die Zahlungen gehören in den März, die Auszahlung in den April. Das Transitkonto hat zum Monatsende deshalb einen erklärbaren Saldo.
  • Reserven ignoriert: Manche Anbieter behalten einen Teil des Guthabens als Sicherheit ein. Dieser Betrag fehlt im Payout, ist aber kein Verlust.
  • Fremdwährungs-Payouts: Wird ein USD-Guthaben in Euro ausgezahlt, entsteht eine Kursdifferenz, die eigens gebucht werden muss.

Ein praktischer Test: Nimm eine beliebige Auszahlung aus dem Kontoauszug und versuche, sie in der Buchhaltung in ihre Einzelposten zu zerlegen. Gelingt das in wenigen Minuten, ist der Prozess sauber. Dauert es länger, fehlen Daten oder Buchungen.

Bezug zu Zahlungsanbietern

Jeder Anbieter nennt und gestaltet seinen Payout anders. Bei Stripe heißt er Payout und trägt eine ID po_…. Mollie spricht von Settlements, die Zahlungen, Rückerstattungen und Kosten verrechnen. PayPal überträgt Guthaben automatisch oder manuell aufs Bankkonto. GoCardless zahlt Sammelbeträge aus, maßgeblich ist das Datum des Bankeingangs. Adyen zahlt aus der Balance Platform aus. Paddle bietet keine öffentliche Auszahlungs-API, Auszahlungen werden über Transitkonten abgebildet, sobald die Daten verfügbar sind.

Wie du Payouts monatlich gegen das Bankkonto prüfst, beschreibt Online-Zahlungen abstimmen. Ein Beispiel mit Settlements zeigt der Mollie DATEV Export. Den Gesamtrahmen gibt der Leitfaden Online-Zahlungen in der Buchhaltung.

So löst finHero das

finHero zerlegt jede Auszahlung in ihre Einzelposten und bucht sie über das Geldtransitkonto des jeweiligen Anbieters. Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und Chargebacks stehen als eigene Buchungen mit Transaktions-ID im Export. Die Auszahlung selbst gleicht das Transitkonto aus.

Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.

Häufige Fragen

Ist ein Payout ein Umsatz?

Nein. Der Umsatz entsteht mit der einzelnen Zahlung deines Kunden. Der Payout verschiebt nur Geld vom Anbieter-Guthaben auf dein Bankkonto.

Warum passt der Payout nicht zu meinen Rechnungen?

Weil er netto ist und mehrere Zahlungen bündelt. Gebühren, Erstattungen, Chargebacks und manchmal Reserven sind bereits abgezogen.

Welches Datum zählt für die Buchung des Payouts?

Für die Bankseite das Datum, an dem das Geld auf dem Bankkonto eingeht. Die einzelnen Zahlungen bucht man zum jeweiligen Zahlungsdatum.

Autor

Daniel Vöckler

Gründer der d-automation GmbH

Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.

Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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