Gebührensplitting: Was ist das?

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler

Kurz beantwortet

Gebührensplitting bezeichnet die getrennte Buchung von Umsatz und Gebühr eines Zahlungsanbieters, statt nur den ausgezahlten Nettobetrag als Erlös zu erfassen. Der Erlös wird brutto gebucht, die Gebühr separat als Aufwand, etwa auf Nebenkosten des Geldverkehrs.

Was Gebührensplitting bedeutet

Gebührensplitting trennt in der Buchhaltung, was der Zahlungsanbieter in der Auszahlung vermischt. Stripe, PayPal und Co. ziehen ihre Gebühr direkt vom Zahlungsbetrag ab. Auf dem Bankkonto kommt nur der Rest an. Wer diesen Rest als Umsatz bucht, bucht zu wenig Erlös und gar keinen Aufwand.

Drei Gründe sprechen für die getrennte Buchung:

  • Saldierungsverbot: Nach § 246 Abs. 2 HGB dürfen Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet werden.
  • Umsatzsteuer: Die Umsatzsteuer bemisst sich nach dem Rechnungsbetrag, den dein Kunde zahlt, nicht nach dem, was nach Gebühren ankommt.
  • Transparenz: Du siehst, was dich Zahlungsabwicklung tatsächlich kostet.

Typische Gebührenkonten sind Nebenkosten des Geldverkehrs, 4970 im SKR03 und 6855 im SKR04.

Rechenbeispiel: 10.000 € Umsatz, 320 € Gebühren

Ein Monat mit 10.000,00 € Bruttoumsatz über Stripe. Stripe behält 320,00 € Gebühren ein und zahlt 9.680,00 € aus.

Falsch (Nettobuchung): 9.680,00 € als Erlös. Der Erlös ist um 320 € zu niedrig, die Gebühren fehlen als Aufwand, die Umsatzsteuer ist zu niedrig berechnet.

Richtig, typisch im SKR03:

Vorgang Soll Haben Betrag
Erlöse brutto 1361 Geldtransit 8400 Erlöse 19 % 10.000,00 €
Gebühren 4970 Nebenkosten Geldverkehr 1361 Geldtransit 320,00 €
Auszahlung 1200 Bank 1361 Geldtransit 9.680,00 €

Richtig, typisch im SKR04:

Vorgang Soll Haben Betrag
Erlöse brutto 1461 Geldtransit 4400 Erlöse 19 % 10.000,00 €
Gebühren 6855 Nebenkosten Geldverkehr 1461 Geldtransit 320,00 €
Auszahlung 1800 Bank 1461 Geldtransit 9.680,00 €

Die Umsatzsteuer auf 10.000,00 € brutto beträgt bei 19 % rund 1.596,64 €. Bei der falschen Nettobuchung wären es nur rund 1.545,55 €, also 51,09 € zu wenig.

Typische Fehler beim Gebührensplitting

Auch wer Gebühren grundsätzlich getrennt bucht, macht im Detail oft Fehler. Diese Punkte solltest du prüfen:

  • Gebühren nur als Monatssumme: Formal getrennt, aber ohne Bezug zur einzelnen Zahlung. Bei Erstattungen fehlt dann die Zuordnung.
  • Erstattete Gebühren übersehen: Manche Anbieter erstatten bei Refunds einen Teil der Gebühr, andere nicht. Wer pauschal annimmt, verfälscht den Aufwand.
  • Falscher Steuerschlüssel: Gebühren ausländischer Anbieter können unter Reverse Charge fallen. Ein Inlands-Vorsteuerschlüssel ist dann falsch.
  • Gegenkonto Bank statt Anbieterkonto: Die Gebühr wurde vom Guthaben abgezogen, nicht vom Bankkonto. Gegenkonto ist das Anbieter- oder Transitkonto.
  • Geschätzte Gebühren nicht abgeglichen: Werden Gebühren geschätzt, müssen sie regelmäßig mit den echten Auszahlungen verglichen werden.

Bezug zu Zahlungsanbietern

Jeder Zahlungsanbieter rechnet Gebühren anders ab, deshalb sieht das Splitting je Anbieter anders aus. Stripe weist die Gebühr je Transaktion aus. PayPal zieht die Gebühr ebenfalls pro Zahlung ab. Mollie zeigt Gebühren nur in den Kostenzeilen der Settlements. Adyen kennt mehrere Gebührenarten wie Processing-, Scheme- und Interchange-Gebühren. GoCardless zieht Gebühren pro Zahlung ab, dazu können Gebühren von Partner-Apps kommen.

Paddle stellt die realen Gebühren über die API bereit. Die Lemon-Squeezy-API gibt Gebühren nicht pro Transaktion aus, sie müssen geschätzt und an die echten Auszahlungen angeglichen werden.

Vertiefungen je Anbieter findest du in Stripe-Gebühren buchen, PayPal-Gebühren buchen und GoCardless-Gebühren buchen. Alle Gebühren laufen über das Geldtransitkonto bzw. das Guthabenkonto des Anbieters.

Gebühren je Transaktion oder als Summe?

Für das Splitting gibt es zwei Detailstufen. Bei der Buchung je Transaktion steht jede Gebühr direkt neben der zugehörigen Zahlung, mit derselben Referenz. Bei der Sammelbuchung wird die Summe aller Gebühren einer Auszahlung oder eines Monats in einer Zeile gebucht. Beide Wege trennen Erlös und Aufwand korrekt. Die Buchung je Transaktion ist aber leichter zu prüfen, vor allem bei Erstattungen, Chargebacks und Rückfragen der Kanzlei.

So löst finHero das

finHero bucht Gebühren aller sieben Anbieter separat auf dein Gebührenkonto, mit Bezug zur jeweiligen Transaktion. Bei Mollie liest finHero die realen Gebühren aus den Settlement-Kostenzeilen, bei Lemon Squeezy berechnet finHero sie mit einem Standardwert von 5 % + 0,50 $, den du an deine Konditionen anpassen kannst.

Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.

Häufige Fragen

Darf ich nicht einfach den Nettobetrag als Erlös buchen?

Das ist in der Regel nicht korrekt. Es gilt das Saldierungsverbot: Erträge und Aufwendungen werden nicht verrechnet. Außerdem stimmt die Umsatzsteuer nicht, wenn sie auf den Nettobetrag statt auf den Rechnungsbetrag berechnet wird.

Muss ich auf Gebühren von Zahlungsanbietern Umsatzsteuer zahlen?

Viele Zahlungsanbieter haben ihren Sitz im EU-Ausland, dann kann Reverse Charge greifen. Die genaue umsatzsteuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Kanzlei ab.

Reicht es, die Gebühren als Monatssumme zu buchen?

Das ist möglich, aber du verlierst den Bezug zur einzelnen Transaktion. Bei Erstattungen oder Rückfragen ist eine Gebühr je Zahlung leichter nachzuvollziehen.

Autor

Daniel Vöckler

Gründer der d-automation GmbH

Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.

Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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