SKR03 und SKR04: Was ist der Unterschied?

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler

Kurz beantwortet

SKR03 und SKR04 sind die beiden verbreitetsten Standardkontenrahmen von DATEV für Unternehmen in Deutschland. SKR03 ist nach dem Prozessgliederungsprinzip aufgebaut, SKR04 nach dem Abschlussgliederungsprinzip, also in der Reihenfolge von Bilanz und GuV.

Was SKR03 und SKR04 sind

SKR steht für Standardkontenrahmen. Ein Kontenrahmen ist ein Verzeichnis aller Konten mit festen Nummern, damit Buchhaltungen vergleichbar und automatisch auswertbar sind. DATEV gibt mehrere Standardkontenrahmen heraus, in der Praxis dominieren SKR03 und SKR04.

Der Unterschied liegt in der Gliederungslogik:

  • SKR03 (Prozessgliederung): Die Kontenklassen folgen dem betrieblichen Ablauf. Klasse 0 Anlage- und Kapitalkonten, 1 Finanz- und Privatkonten, 4 betriebliche Aufwendungen, 8 Erlöse.
  • SKR04 (Abschlussgliederung): Die Kontenklassen folgen der Bilanz und GuV. Klasse 0 Anlagevermögen, 1 Umlaufvermögen, 3 Verbindlichkeiten und Rückstellungen, 4 Erlöse, 6 betriebliche Aufwendungen.

Deshalb tragen dieselben Sachverhalte unterschiedliche Nummern. Erlöse 19 % sind im SKR03 die 8400, im SKR04 die 4400.

Rechenbeispiel: dieselben Buchungen in beiden Kontenrahmen

Eine Stripe-Auszahlung über 1.435,70 € umfasst Zahlungen über 1.486,31 €, eine Gutschrift über 29,15 € und Gebühren über 21,46 €. Rechnung: 1.486,31 − 29,15 − 21,46 = 1.435,70 €. Vereinfacht, ohne Abgrenzung von Jahresabos:

Zweck SKR03 SKR04 Betrag
Erlöse 19 % (Haben) 8400 4400 1.486,31 €
Gutschrift (Soll) 8400 4400 29,15 €
Nebenkosten des Geldverkehrs (Soll) 4970 6855 21,46 €
Geldtransit 1360 (je Anbieter 1361 ff.) 1460 (je Anbieter 1461 ff.) Saldo 0 nach Auszahlung
Bank (Soll) 1200 1800 1.435,70 €
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 0990 3900 bei Jahresabos
Debitor 10000 ff. 10000 ff. je Kunde oder Sammelkonto

Wichtig: Debitorenkonten liegen in beiden Rahmen im Bereich ab 10000, Sachkonten haben je nach Mandant vier oder mehr Stellen. Die Kontolänge steht im Kopf des DATEV-Buchungsstapels.

Weitere typische Konten, die für Zahlungsanbieter relevant sind:

Zweck SKR03 SKR04
Erlöse 7 % 8300 4300
Erlöse Reverse Charge (EU) 8336 4336
Erlöse Drittland 8338 4338
Erlöse EU-OSS 8331 4331
Klärungskonto (Beispiel) 1590 1370

Typische Fehler im Kontenrahmen

Die häufigsten Kontierungsfehler entstehen durch Vermischung der beiden Rahmen oder durch zu wenige Konten:

  • Nummern gemischt: Ein Erlös auf 8400 im SKR04-Mandanten landet nicht auf Erlösen, sondern auf einem ganz anderen Konto.
  • Kontolänge falsch: Arbeitet der Mandant mit fünfstelligen Sachkonten, werden vierstellige Nummern falsch interpretiert.
  • Ein Erlöskonto für alles: Inland, EU, OSS, Reverse Charge und Drittland gehören auf getrennte Konten, sonst stimmt die Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht.
  • Kein eigenes Konto je Anbieter: Ohne getrennte Guthaben- und Transitkonten sind Differenzen schwer zu finden.

Bezug zu Zahlungsanbietern

Zahlungsanbieter kennen keine Kontenrahmen, deshalb muss jemand ihre Daten auf SKR03 oder SKR04 abbilden. Stripe liefert Steuerdaten aus Stripe Tax, wodurch sich Erlöse nach Inland, EU, OSS und Drittland trennen lassen. PayPal, Mollie, Adyen und GoCardless liefern keine Umsatzsteuerdaten zur Transaktion, ihre Erlöse landen deshalb auf einem Standard-Erlöskonto oder einem Klärungskonto. Paddle und Lemon Squeezy als Merchant of Record werden auf ein Reverse-Charge-Erlöskonto gebucht.

Jeder Anbieter braucht zusätzlich ein eigenes Guthaben- oder Transitkonto. Für Stripe sind das zum Beispiel 1810 (SKR04) bzw. 1210 (SKR03). Wie die Konten im Stripe-Alltag zusammenspielen, zeigt Stripe Buchhaltung. Den Vergleich mit den Kontenrahmen in Österreich und der Schweiz findest du unter DATEV vs. BMD vs. bexio vs. Abacus.

Welcher Kontenrahmen für welches Unternehmen?

In der Praxis entscheidet meist die Kanzlei über den Kontenrahmen. SKR03 ist bei Einzelunternehmen, Freiberuflern und kleineren Personengesellschaften verbreitet. SKR04 wird häufig bei GmbHs und UGs genutzt, weil seine Gliederung direkt zur Bilanz passt.

Für die Buchung von Zahlungsanbietern ist der Kontenrahmen zweitrangig. Wichtig ist, dass alle Konten konsistent aus demselben Rahmen stammen und mit der Kanzlei abgestimmt sind.

So löst finHero das

finHero bucht in SKR03 oder SKR04, je nachdem, welche Kontonummern du hinterlegst. Alle Konten sind frei konfigurierbar: Debitor, Gebühren, Erlöskonten je Steuerfall inklusive EU, OSS und Reverse Charge, Geld- und Transitkonto je Anbieter sowie Klärungskonto. Das Formular zeigt zu jedem Feld typische Beispielkonten für beide Kontenrahmen.

Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.

Häufige Fragen

Welcher Kontenrahmen ist besser, SKR03 oder SKR04?

Keiner ist grundsätzlich besser. SKR03 ist bei kleineren Unternehmen und Einzelunternehmen verbreitet, SKR04 bei Kapitalgesellschaften, weil er sich an der Bilanzgliederung orientiert. Welchen du nutzt, entscheidet in der Regel deine Kanzlei.

Kann ich vom SKR03 zum SKR04 wechseln?

Ja, meist zum Beginn eines Wirtschaftsjahres. DATEV unterstützt die Umschlüsselung. In finHero passt du danach nur die Kontonummern an.

Gibt es SKR03 und SKR04 auch in Österreich oder der Schweiz?

Nein. In Österreich ist der Einheitskontenrahmen (EKR) üblich, in der Schweiz der Kontenrahmen KMU.

Autor

Daniel Vöckler

Gründer der d-automation GmbH

Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.

Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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