Wie richte ich eine Verbindung zwischen meiner Zahlungsplattform und einem Buchhaltungssystem ein?
Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler
Kurz beantwortet
Du richtest die Verbindung in sechs Schritten ein: Konten mit der Kanzlei abstimmen, ein Export-Tool wählen, die Zahlungsplattform mit Lesezugriff verbinden, Zielsystem und Kopfdaten hinterlegen, einen Testmonat exportieren und importieren, dann den monatlichen Export automatisieren. Mit einem spezialisierten Tool wie finHero steht der erste Buchungsstapel in unter 15 Minuten.
Die Verbindung zwischen Zahlungsplattform und Buchhaltung ist kein einmaliger Klick, sondern ein kleiner Prozess: Konten festlegen, Daten anbinden, Ergebnis prüfen, dann automatisieren. Diese Anleitung führt durch alle sechs Schritte, am Beispiel von Stripe und DATEV, mit Hinweisen für andere Anbieter und Zielsysteme. Warum Zahlungsanbieter-Daten überhaupt aufbereitet werden müssen, erklärt der Leitfaden Zahlungsanbieter nach DATEV exportieren.
Bevor du anfängst: was du brauchst
Für die Einrichtung brauchst du vier Dinge, die du am besten vorab bereitlegst.
- Zugang zur Zahlungsplattform mit einer Rolle, die Apps installieren oder API-Schlüssel anlegen darf, in der Regel Administrator oder Inhaber.
- Die Info, welchen Kontenrahmen deine Kanzlei nutzt: SKR03 oder SKR04 in Deutschland, den Einheitskontenrahmen bei BMD in Österreich, den Kontenrahmen KMU in der Schweiz.
- Für DATEV: Beraternummer und Mandantennummer.
- Einen abgeschlossenen Monat mit bekannten Bankeingängen als Testzeitraum.
Schritt 1: Konten mit der Kanzlei abstimmen
Die wichtigste Entscheidung fällt vor jeder Technik: auf welche Konten die Zahlungsdaten gebucht werden. Kläre mit deiner Kanzlei mindestens diese Konten:
| Zweck | Typisch SKR03 | Typisch SKR04 |
|---|---|---|
| Erlöse 19 % | 8400 | 4400 |
| Gebühren (Nebenkosten des Geldverkehrs) | 4970 | 6855 |
| Geldtransit je Anbieter (z. B. Stripe) | 1361 | 1461 |
| Passiver Rechnungsabgrenzungsposten | 0990 | 3900 |
| Debitor (Sammel- oder Personenkonto) | 10000 ff. | 10000 ff. |
Dazu kommen je nach Geschäft Erlöskonten für 7 %, EU-Umsätze, OSS und Reverse Charge sowie ein Klärungskonto für Zahlungen, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen. Nutzt du mehrere Zahlungsplattformen, bekommt jede ihr eigenes Geld- oder Transitkonto. Für das Guthaben bei einem Zahlungsanbieter nennt finHero zum Beispiel für Adyen 1812 in SKR04 bzw. 1212 in SKR03.
Schritt 2: Den Weg wählen
Die Einrichtung hängt davon ab, ob du manuell, mit einer Eigenentwicklung oder mit einem spezialisierten Export-Tool arbeitest. Diese Anleitung beschreibt den Weg mit einem Export-Tool am Beispiel finHero. Die Grundsätze aus Schritt 1, 5 und 6 gelten aber für jeden Weg. Welche Softwarearten es gibt und wie sie sich unterscheiden, zeigt Software für Zahlungsplattform und Buchhaltung.
Schritt 3: Die Zahlungsplattform mit Lesezugriff verbinden
Die Zahlungsplattform wird immer nur mit Leserechten verbunden, nie mit Schreibrechten. Je nach Anbieter läuft das unterschiedlich:
- Stripe: finHero-App im Stripe App Marketplace öffnen, „Installieren“ klicken, Konto wählen. Stripe zeigt vorab an, welche Daten die App lesen darf; Schreibrechte werden nicht angefragt. Die Klick-für-Klick-Version mit Screenshots findest du unter Stripe mit finHero verbinden.
- PayPal: Im PayPal Developer Dashboard unter „Apps & Credentials“ eine Live-App anlegen, „Transaction Search“ aktivieren und Client-ID sowie Client-Secret eintragen.
- Mollie, Adyen, Paddle, Lemon Squeezy: Einen Read-only-API-Key im Dashboard des Anbieters anlegen und eintragen. Nutze für finHero einen eigenen Schlüssel, damit du ihn separat widerrufen kannst.
- GoCardless: „Mit GoCardless verbinden“ klicken, bei GoCardless anmelden und den Lesezugriff freigeben.
Schritt 4: Zielsystem und Kopfdaten hinterlegen
Im Zielsystem-Bereich wählst du, wohin exportiert wird, und trägst die Konten aus Schritt 1 ein.
- DATEV: Berater- und Mandantennummer, Kontenrahmen SKR03 oder SKR04, Konten und Buchungsschlüssel.
- BMD NTCS: Konten, Steuercodes je Steuerfall und Zeichenkodierung. Die Importdatei stimmst du einmal mit der Importdefinition der Kanzlei ab.
- bexio: Konten und optional ein bexio-API-Token. Damit landen die Buchungen bei jedem Export direkt in bexio.
- Abacus: Konten für den Export als AbaConnect-XML. Die MWST-Codes ordnet der Treuhänder beim Import über die Erlöskonten zu.
Wenn dein Steuerberater die Konten pflegen soll, lade ihn jetzt unter „Nutzer verwalten“ ein.
Schritt 5: Einen Testmonat exportieren und prüfen
Der Testmonat zeigt, ob die Einrichtung stimmt, bevor echte Monate gebucht werden. Erstelle einen Export für einen abgeschlossenen Monat und prüfe vier Dinge:
- Geldtransitkonto: Steht es nach allen Auszahlungen des Monats auf null? Ein Restsaldo kann auf Auszahlungen im Folgemonat hindeuten, die erst dann ausgeglichen werden.
- Auszahlungen: Entsprechen die Auszahlungsbuchungen den Eingängen auf dem Bankkonto?
- Erlöse: Passen die Erlöse je Steuerfall zu den Rechnungen des Monats?
- Import: Lässt sich der Stapel ohne Fehlermeldung importieren?
Beispiel: Prüfung eines Testmonats
Ein Testmonat mit Stripe ergibt diese Summen auf dem Geldtransitkonto 1361 (SKR03) bzw. 1461 (SKR04). Die Gebühren sind angenommene Werte.
| Bewegung | Betrag |
|---|---|
| Zahlungen brutto | +4.760,00 € |
| Gebühren | −98,35 € |
| Erstattungen | −119,00 € |
| Auszahlungen an Bank (3 Stück) | −4.542,65 € |
| Saldo Geldtransitkonto | 0,00 € |
Der Saldo ist null, die drei Auszahlungen entsprechen den drei Bankeingängen. Die Einrichtung stimmt. Wie du bei einer Abweichung vorgehst, beschreibt Online-Zahlungen abstimmen.
Wird der Import in DATEV abgelehnt, liegt es meist an den Kopfdaten oder an Konten, die im Mandanten fehlen. Hat dein Stapel bereits Buchungen erzeugt, lösche ihn vor der Festschreibung und importiere den korrigierten Stapel neu.
Schritt 6: Den monatlichen Export automatisieren
Nach dem erfolgreichen Test läuft der Export jeden Monat ohne dein Zutun. finHero erstellt am 3. Tag jedes Monats automatisch einen Export für den Vormonat. Jeder Export ist ein ZIP mit dem Buchungsstapel und den Belegen. Du oder deine Kanzlei laden ihn herunter und importieren ihn wie gewohnt; bei bexio mit API-Token landen die Buchungen direkt im System.
Nutzt du später weitere Zahlungsplattformen, verbindest du sie zusätzlich. finHero führt beliebig viele Anbieter in einem Monatsabschluss zusammen, jeder mit eigenem Konto. Mehr dazu unter Multi-Provider-Buchungsstapel.
Häufige Stolpersteine bei der Einrichtung
Die meisten Probleme bei der Einrichtung entstehen an drei Stellen. Erstens: PayPal-Apps werden im Sandbox- statt im Live-Bereich angelegt oder ohne „Transaction Search“; dann kommen keine echten Transaktionen an. Zweitens: Der Testmonat wird gewählt, bevor alle Auszahlungen auf dem Bankkonto eingegangen sind; der Restsaldo auf dem Geldtransitkonto ist dann kein Fehler, sondern Timing. Drittens: Die Kanzlei nutzt andere Konten als im Tool hinterlegt, weil die Abstimmung aus Schritt 1 übersprungen wurde.
Welche Lösungen gibt es für die Einrichtung?
Die sechs Schritte gelten für jeden Weg, der Aufwand verteilt sich aber unterschiedlich.
- Manuell oder per CSV: Schritt 3 und 4 entfallen, dafür wiederholst du Schritt 5 jeden Monat von Hand.
- Eigenentwicklung: Schritt 3 bis 6 programmierst du selbst. Danach trägst du die Pflege bei API-Änderungen und neuen Sonderfällen.
- Spezialisierte Export-Tools: Schritt 3 und 4 sind Formulare, Schritt 6 ist eingebaut.
- finHero: Verbindung read-only für Stripe, PayPal, Mollie, Adyen, Paddle, Lemon Squeezy und GoCardless; Zielsysteme DATEV, BMD NTCS, bexio, Abacus und Excel. Daten verschlüsselt auf Servern in Deutschland.
Entscheidungshilfe: wo du Zeit investieren solltest
Die meiste Zeit gehört in Schritt 1 und Schritt 5, nicht in die Technik.
- Wenn du unsicher bei den Konten bist: Lass die Kanzlei die Konten direkt im Tool eintragen statt per E-Mail.
- Wenn du mehrere Anbieter hast: Richte zuerst den Anbieter mit dem größten Volumen ein, teste ihn, und füge dann die weiteren hinzu.
- Wenn du Abos verkaufst: Prüfe im Testmonat auch die pRAP-Buchungen für Jahresabos.
- Wenn du in Österreich oder der Schweiz buchst: Stimme Importdefinition bzw. MWST-Zuordnung vor dem Testmonat mit Kanzlei oder Treuhänder ab. Beispiele zeigen Stripe zu BMD und Mollie zu bexio.
Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.
Preis
Der Preis richtet sich nur nach der Zahl der Transaktionen pro Monat, nicht nach Zahlungsanbieter oder Buchhaltungssystem. Alle Preise netto zzgl. USt.
| Transaktionen pro Monat | Preis pro Monat |
|---|---|
| 1–100 | 29 € |
| 101–500 | 49 € |
| 501–1.000 | 79 € |
| 1.001–2.500 | 129 € |
| 2.501–5.000 | 229 € |
| 5.001–7.500 | 359 € |
| ab 7.501 | 499 € |
7 Tage oder erster Export gratis, je nachdem, was zuerst eintritt · keine Kreditkarte nötig · monatlich kündbar
Ersten Export kostenlos erstellenFAQ
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Einrichtung?
Die technische Verbindung zu Stripe dauert mit finHero typischerweise unter 5 Minuten, der erste Buchungsstapel steht in unter 15 Minuten. Länger dauert meist die Abstimmung der Konten mit der Kanzlei. Plane dafür einen Termin oder eine E-Mail-Runde ein.
Welchen Monat sollte ich als Test exportieren?
Einen abgeschlossenen Monat, für den du die Bankauszahlungen kennst. So kannst du prüfen, ob die Auszahlungsbuchungen genau den Eingängen auf dem Bankkonto entsprechen und das Geldtransitkonto am Ende auf null steht.
Was mache ich, wenn der Testimport in DATEV abgelehnt wird?
Prüfe zuerst die Kopfdaten: Berater- und Mandantennummer, Beginn des Wirtschaftsjahres und Sachkontenlänge müssen zum Mandanten passen. Danach prüfst du, ob alle verwendeten Konten im Mandanten angelegt sind. Ein doppelter Stapel sollte vor der Festschreibung gelöscht werden.
Kann mein Steuerberater die Konten selbst eintragen?
Ja. In finHero lädst du deinen Steuerberater unter „Nutzer verwalten“ ein. Er sieht deine Exporte und pflegt die Buchhaltungs-Einstellungen direkt. Für ihn ist der Zugang kostenlos, die Anmeldung ist mit einem zweiten Faktor gesichert.
Muss ich jeden Monat etwas tun?
Nach der Einrichtung nicht zwingend. finHero erstellt am 3. Tag jedes Monats automatisch einen Export für den Vormonat. Du oder deine Kanzlei laden ihn herunter und importieren ihn. Manuelle Exporte für beliebige Zeiträume sind zusätzlich möglich.
Autor
Daniel Vöckler
Gründer der d-automation GmbH
Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.
Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026
Verwandte Artikel
Bereit für deinen ersten Export?
Verbinde deinen Zahlungsanbieter mit Lesezugriff und erhalte deinen ersten Buchungsstapel – typischerweise in unter 15 Minuten.
Ersten Export kostenlos erstellen7 Tage oder erster Export gratis · keine Kreditkarte nötig · monatlich kündbar




