Lemon SqueezyLemon Squeezy → DATEV

Lemon Squeezy zu DATEV exportieren

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler

Kurz beantwortet

Lemon Squeezy ist Merchant of Record: Lemon Squeezy verkauft an deine Kunden, du verkaufst an Lemon Squeezy. In DATEV buchst du die Bestellungen deshalb als Reverse-Charge-Erlöse gegen Lemon Squeezy als Debitor (typisch SKR04 4336, SKR03 8336). Weil die API keine Gebühren liefert, berechnet finHero sie mit 5 % + 0,50 $, anpassbar an deine Konditionen.

Lemon Squeezy ist bei Indie-Hackern und kleinen SaaS-Teams beliebt, weil es Bezahlung, Steuern und Lizenzschlüssel in einem Paket löst. Für die DATEV-Buchhaltung bringt es zwei Eigenheiten mit: das Merchant-of-Record-Modell und fehlende Gebührendaten in der API. Wie der Export aller Anbieter grundsätzlich funktioniert, zeigt der Leitfaden Zahlungsanbieter nach DATEV exportieren. Hier geht es nur um Lemon Squeezy und DATEV.

Das Problem: zwei Lücken auf einmal

Lemon Squeezy macht zwei Dinge anders als ein klassischer Zahlungsdienstleister, und beide schlagen in DATEV durch.

Erstens: Lemon Squeezy ist Merchant of Record. Wie Paddle verkauft Lemon Squeezy im eigenen Namen an deine Kunden. Lemon Squeezy stellt die Rechnung, berechnet die Steuer des Kundenlandes und führt sie ab. Du bist gegenüber dem Endkunden nicht der Verkäufer. Dein Kunde ist Lemon Squeezy. Wer die Bestellungen als Inlandsumsatz mit 19 % USt auf 8400 oder 4400 bucht, erzeugt eine Umsatzsteuer, die nicht geschuldet ist. Was ein Merchant of Record ist und warum das die Buchung verändert, erklärt der Glossarbeitrag.

Zweitens: Die Gebühren fehlen in der API. Lemon Squeezy gibt die Plattformgebühren pro Bestellung nicht sauber über die API aus. Wer nur die Bestellungen exportiert, hat in DATEV zu hohe Forderungen gegen Lemon Squeezy und eine zu gute Marge. Spätestens beim Abgleich mit der Auszahlung fehlt Geld, und niemand weiß genau, wie viel davon Gebühr und wie viel Steuer war.

Dazu kommt die DATEV-Seite: Deine Kanzlei erwartet einen Buchungsstapel im EXTF-Format mit Berater- und Mandantennummer und den richtigen Konten. Der CSV-Export aus dem Lemon-Squeezy-Dashboard liefert nichts davon.

Beispiel: Lemon Squeezy im DATEV-Buchungsstapel

Eine Solo-Entwicklerin verkauft im Februar ein Monatsabo für 29,00 € und ein Jahresabo für 348,00 € über Lemon Squeezy. Die Konten 21100, 4336, 6855 und 1814 sind die Beispielwerte, die auch finHero in den Einstellungen vorschlägt (SKR04).

Umsatz (€) Soll Haben Buchungstext
29,00 21100 Debitor Lemon Squeezy 4336 Erlöse Reverse Charge LS R.Nr. LS-88 (MoR)
348,00 21100 Debitor Lemon Squeezy 4336 Erlöse Reverse Charge LS R.Nr. LS-89 (MoR), Jahresabo
1,95 6855 Nebenkosten Geldverkehr 1814 Guthaben Lemon Squeezy Lemon Squeezy Gebühr LS-88 (berechnet)
17,90 6855 Nebenkosten Geldverkehr 1814 Guthaben Lemon Squeezy Lemon Squeezy Gebühr LS-89 (berechnet)
319,00 4336 Erlöse Reverse Charge 3900 Passive Rechnungsabgrenzung pRAP Jahresabo LS-89 (11 Monate)

Im SKR03 wären es 8336 für die Erlöse, 4970 für die Gebühren und 0990 für die Abgrenzung. Das Jahresabo wird im Februar nicht voll Erlös: 348,00 € durch 12 sind 29,00 € je Monat, 319,00 € für die übrigen elf Monate grenzt du ab.

Die Gebühr für das Monatsabo berechnet sich so: 29,00 × 5 % = 1,45, plus 0,50 = 1,95. Genau das ist der Wert, den finHero standardmäßig ansetzt.

So bucht finHero Lemon Squeezy in DATEV

finHero holt die Bestellungen per API und schreibt sie in einen DATEV-Buchungsstapel im EXTF-Format.

Reverse Charge gegen den MoR-Debitor

Jede Bestellung wird als Reverse-Charge-Erlös gegen das Debitorenkonto Lemon Squeezy gebucht. Das Feld heißt in finHero „Debitorenkonto Lemon Squeezy (Merchant of Record)“. Es ist bewusst von deinem normalen Debitorenkonto und vom Paddle-Debitor getrennt.

Gebühren: berechnet, aber transparent

Weil die API keine Gebühren liefert, rechnet finHero mit 5 % + 0,50 $. Das ist der Standardwert. Hast du andere Konditionen, gleichst du einmal eine Auszahlung mit deinen Bestellungen ab und trägst den echten Prozentsatz in finHero ein. Danach stimmen Gebühren und Marge. Die berechneten Gebühren sind im Buchungstext als „berechnet“ markiert, damit deine Kanzlei weiß, woher der Wert stammt.

Erstattungen

Gerade bei digitalen Produkten fordern Kunden gelegentlich ihr Geld zurück. Eine Erstattung mindert deine Forderung gegenüber Lemon Squeezy. finHero exportiert sie als eigene Buchung gegen den MoR-Debitor, mit Bezug zur ursprünglichen Bestellnummer. So bleibt der Debitor Lemon Squeezy abstimmbar, und deine Kanzlei muss Gutschriften nicht aus der Auszahlung herausrechnen.

Belege und pRAP

Rechnungs- und Belegdokumente kommen mit dem Export. Für Abos erstellt finHero eine Liste der passiven Rechnungsabgrenzungsposten, auch bei Up- und Downgrades und Gutschriften.

Auszahlungen

Für Lemon Squeezy hinterlegst du ein Guthaben- und ein Geldtransitkonto, zum Beispiel 1814 und 1465 im SKR04. Den Bankeingang der Auszahlung bucht deine Kanzlei gegen das Transitkonto.

Den eigenen Gebührensatz ermitteln: Rechenbeispiel

Der Standardwert von 5 % + 0,50 $ passt nicht für jeden, deshalb lohnt sich ein einmaliger Abgleich. Je nach Zahlungsart, Land des Kunden oder Zusatzleistungen kann Lemon Squeezy mehr berechnen. Wer mit dem Standard bucht und eigentlich mehr zahlt, weist in DATEV zu geringe Gebühren aus. Auf dem Guthabenkonto bleibt dann ein Rest, der nie aufgeht.

So ermittelst du deinen Satz anhand eines Monats:

Schritt Wert
Summe deiner Bestellungen (ohne Steuer, nach Erstattungen) 1.200,00 €
Anzahl Bestellungen 30
Tatsächliche Auszahlung für diesen Zeitraum 1.116,00 €
Differenz = Gebühren gesamt 84,00 €
Davon Fixanteil (30 × 0,50) 15,00 €
Variabler Anteil 69,00 €
Gebührensatz (69,00 / 1.200,00) 5,75 %

Diesen Prozentsatz trägst du in finHero im Feld „Gebühren-Prozentsatz“ bei der Lemon-Squeezy-Verbindung ein. Ab dem nächsten Export rechnet finHero damit. Die Zahlen oben sind ein vereinfachtes Beispiel. Kursumrechnung von Dollar in Euro und Auszahlungszeitpunkte machen den Abgleich in der Praxis etwas unschärfer. Für die Buchhaltung reicht in der Regel ein Satz, der über mehrere Monate stabil passt.

Wichtig für die Kanzlei: Die berechnete Gebühr ist kein Beleg im engeren Sinn. Sie ist eine nachvollziehbare Rechengröße. Sprich mit deiner Kanzlei ab, ob sie zusätzlich die Abrechnungen aus dem Lemon-Squeezy-Dashboard als Nachweis ablegen möchte.

Einrichtung in drei Schritten

Die Verbindung läuft per API-Key mit reinem Lesezugriff.

  1. Lemon Squeezy verbinden. Erstelle in Lemon Squeezy einen API-Key und trag ihn in finHero ein. Hast du mehrere Stores, gib zusätzlich die Store-ID an.
  2. Konten und Gebührensatz hinterlegen. Trag Debitorenkonto Lemon Squeezy (Merchant of Record), Erlöskonto Reverse Charge, Gebührenkonto, Guthaben- und Geldtransitkonto ein, dazu Berater- und Mandantennummer deiner Kanzlei. Wenn du deinen echten Gebührensatz kennst, überschreibe den Standard von 5 %.
  3. DATEV-Export erstellen. Wähle Monat und DATEV als Zielsystem. finHero erzeugt den EXTF-Buchungsstapel und die Belege für deine Kanzlei.

Manuell oder mit finHero

Manuell heißt bei Lemon Squeezy: Bestellungen exportieren, Gebühren selbst schätzen, umkontieren, ins DATEV-Format bringen.

Aufgabe Manueller CSV-Export Mit finHero
MoR-Kontierung Jede Bestellung auf Reverse Charge umschlüsseln Automatisch gegen Debitor Lemon Squeezy
Gebühren Aus der Auszahlung zurückrechnen Je Bestellung berechnet, Satz anpassbar
Mehrere Stores Exporte je Store getrennt zusammenführen Store-ID je Verbindung
DATEV-Format CSV umbauen EXTF-Buchungsstapel
Jahresabos Abgrenzung nebenher pRAP-Liste automatisch
Belege Einzeln herunterladen Im Export enthalten

Für viele Indie-Projekte liegt das Volumen unter 100 Transaktionen pro Monat, also in der kleinsten Preisstufe.

Lemon Squeezy und Paddle: was unterschiedlich ist

Beide Anbieter sind Merchant of Record, die Buchungslogik in DATEV ist deshalb fast gleich. Der wichtigste Unterschied liegt bei den Gebühren. Paddle liefert reale Gebühren über die API, Lemon Squeezy nicht. Wie das bei Paddle aussieht, zeigt Paddle zu DATEV. Hast du eine österreichische Firma, findest du die BMD-Variante unter Lemon Squeezy zu BMD. Alle Systeme für Lemon Squeezy fasst die Lemon-Squeezy-Übersicht zusammen. Die steuerlichen Grundlagen beider Anbieter erklärt der Ratgeber Paddle und Lemon Squeezy buchen (Merchant of Record).

Für wen sich Lemon Squeezy zu DATEV lohnt

finHero für Lemon Squeezy und DATEV ist für Unternehmen in Deutschland gedacht, die über Lemon Squeezy verkaufen und mit einer DATEV-Kanzlei arbeiten.

  • Indie-Hacker mit GmbH oder UG. Ein Produkt, ein Store, ein paar Dutzend Bestellungen im Monat. Die Kanzlei soll nicht jeden Monat nachfragen, was Lemon Squeezy eigentlich ist. Mehr zum Einsatz in dieser Gruppe steht unter finHero für IndieHacker und Solopreneure.
  • Creator digitaler Produkte. E-Books, Templates, Kurse oder Lizenzschlüssel: viele kleine Beträge, bei denen die Fixgebühr von 0,50 $ prozentual stark ins Gewicht fällt. Hier ist die korrekte Gebührenbuchung besonders wichtig.
  • Teams mit mehreren Stores. Wer mehrere Produkte in getrennten Stores führt, verbindet sie einzeln per Store-ID.

Ein typischer Auslöser ist der erste Jahresabschluss nach dem Start auf Lemon Squeezy. Bis dahin hat die Kanzlei die Auszahlungen als Sammelposten gebucht. Dann fällt auf, dass Jahresabos abgegrenzt werden müssen und die Gebühren fehlen. finHero kann vergangene Monate rückwirkend exportieren, sodass sich das Jahr nachträglich sauber aufbauen lässt.

Nicht passend ist finHero, wenn du als Kleinunternehmer ohne DATEV-Kanzlei selbst eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung führst. Dann reicht oft der Excel-Export.

Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.

Preis

Der Preis richtet sich nur nach der Zahl der Transaktionen pro Monat, nicht nach Zahlungsanbieter oder Buchhaltungssystem. Alle Preise netto zzgl. USt.

Transaktionen pro MonatPreis pro Monat
1–10029 €
101–50049 €
501–1.00079 €
1.001–2.500129 €
2.501–5.000229 €
5.001–7.500359 €
ab 7.501499 €

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Häufige Fragen

Wie buche ich Lemon-Squeezy-Bestellungen in DATEV?

Als Erlös gegen Lemon Squeezy als Debitor, typischerweise auf ein Reverse-Charge-Erlöskonto wie 4336 (SKR04) oder 8336 (SKR03). Lemon Squeezy ist Merchant of Record und damit dein Kunde. Die steuerliche Würdigung im Einzelfall stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab.

Warum stehen in meinem Export berechnete statt echter Lemon-Squeezy-Gebühren?

Die Lemon-Squeezy-API stellt keine Gebühren pro Transaktion bereit. finHero berechnet sie deshalb mit einem Standardwert von 5 % + 0,50 $. Hast du andere Konditionen, überschreibst du den Prozentsatz in den Einstellungen.

Wie finde ich meinen tatsächlichen Gebührensatz heraus?

Vergleiche einmal die Summe deiner Bestellungen eines Monats mit der Auszahlung. Die Differenz, abzüglich Steuern und Erstattungen, sind deine Gebühren. Daraus ergibt sich der Prozentsatz, den du in finHero hinterlegst.

Ich habe mehrere Stores bei Lemon Squeezy. Was muss ich tun?

Trag zusätzlich zum API-Key die Store-ID ein. Dann exportiert finHero nur die Bestellungen dieses Stores. Ohne mehrere Stores ist die Store-ID nicht nötig.

Brauche ich ein eigenes Debitorenkonto für Lemon Squeezy?

Es ist empfehlenswert. finHero hat dafür ein eigenes Feld, Debitorenkonto Lemon Squeezy (Merchant of Record), zum Beispiel 21100. So sind Forderungen gegenüber Lemon Squeezy getrennt von Paddle oder deinen eigenen Kunden.

Werden auch Lizenzschlüssel- oder Einmalverkäufe exportiert?

finHero exportiert die Bestellungen aus Lemon Squeezy, unabhängig davon, ob es Abos oder Einmalkäufe sind. Für Abos kommt zusätzlich die Liste der passiven Rechnungsabgrenzungsposten hinzu.

Kann ich Lemon Squeezy und Stripe in einem DATEV-Stapel buchen?

Ja. finHero führt beliebig viele Anbieter in einem Monatsabschluss zusammen. Jeder Anbieter hat eigene Guthaben- und Transitkonten, Lemon Squeezy zusätzlich den eigenen MoR-Debitor.

Autor

Daniel Vöckler

Gründer der d-automation GmbH

Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.

Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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