Lemon SqueezyLemon Squeezy → BMD

Lemon Squeezy zu BMD exportieren

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler

Kurz beantwortet

Für österreichische Unternehmen ist Lemon Squeezy als Merchant of Record der Kunde, nicht der Endkunde. Die Bestellungen buchst du in BMD gegen Lemon Squeezy als Debitor, typischerweise als Leistung an einen ausländischen Unternehmer statt mit 20 % USt. finHero erzeugt dafür einen BMD-NTCS-Buchungsimport und berechnet die Gebühren, die die API nicht liefert.

Wer in Österreich ein digitales Produkt über Lemon Squeezy verkauft, merkt oft erst beim ersten Gespräch mit der Steuerberatungskanzlei, dass das Modell erklärungsbedürftig ist. Die Grundlagen für Zahlungsanbieter in BMD beschreibt der Leitfaden zum BMD Export. Diese Seite konzentriert sich auf Lemon Squeezy: wie das Merchant-of-Record-Modell aus österreichischer Sicht aussieht, wie du mit den fehlenden Gebührendaten umgehst und was der BMD-NTCS-Import am Ende enthält.

Das Problem: Die Kanzlei kennt Lemon Squeezy nicht

Viele österreichische Kanzleien haben Erfahrung mit Stripe oder PayPal. Lemon Squeezy ist seltener. Wenn der Kontoauszug eine Gutschrift „Lemon Squeezy“ zeigt, liegt die Annahme nahe, es handle sich um Kundenzahlungen über einen Zahlungsdienstleister. Dann wird der Betrag als Erlös mit 20 % USt gebucht. Das ist in der Regel falsch.

Lemon Squeezy ist Merchant of Record. Der Endkunde kauft bei Lemon Squeezy. Lemon Squeezy rechnet die Umsatzsteuer seines Landes ab und führt sie ab. Deine Leistung geht an Lemon Squeezy, ein ausländisches Unternehmen. Aus österreichischer Sicht liegt der Leistungsort bei solchen B2B-Leistungen in der Regel beim Empfänger. Je nach Sitz der Lemon-Squeezy-Gesellschaft kommt Reverse Charge in Betracht, also der Übergang der Steuerschuld auf den Empfänger.

Das zweite Problem ist technisch: Die Lemon-Squeezy-API liefert keine Plattformgebühren pro Bestellung. Für BMD bedeutet das, dass die Forderung gegenüber Lemon Squeezy und die tatsächliche Auszahlung nie zusammenpassen, solange niemand die Gebühren einrechnet. Bei vielen kleinen Bestellungen, etwa Templates für 9 € oder Plugins für 19 €, macht die Fixgebühr von 0,50 $ einen spürbaren Teil des Umsatzes aus.

Drittens kommt das Format: BMD NTCS erwartet Semikolon-CSV, Dezimalkomma und TT.MM.JJJJ. Der Dashboard-Export von Lemon Squeezy ist englischsprachig, mit Dezimalpunkt und oft in USD.

Beispiel: Lemon Squeezy im BMD-Buchungsimport

Ein Grazer Entwickler verkauft im März drei Plugin-Lizenzen zu je 19,00 € und ein Jahresabo für 120,00 € über Lemon Squeezy. So sieht der Import für BMD typischerweise aus:

Datum Betrag Konto Gegenkonto Buchungstext
05.03.2026 19,00 Debitor Lemon Squeezy Erlöse Leistungen an ausl. Unternehmer LS R.Nr. LS-301 (MoR)
12.03.2026 38,00 Debitor Lemon Squeezy Erlöse Leistungen an ausl. Unternehmer LS R.Nr. LS-302 (MoR), 2 Lizenzen
20.03.2026 120,00 Debitor Lemon Squeezy Erlöse Leistungen an ausl. Unternehmer LS R.Nr. LS-305 (MoR), Jahresabo
20.03.2026 1,45 7790 Spesen Geldverkehr Verrechnung Lemon Squeezy Lemon Squeezy Gebühr LS-301 (berechnet)
20.03.2026 2,40 7790 Spesen Geldverkehr Verrechnung Lemon Squeezy Lemon Squeezy Gebühr LS-302 (berechnet)
20.03.2026 6,50 7790 Spesen Geldverkehr Verrechnung Lemon Squeezy Lemon Squeezy Gebühr LS-305 (berechnet)

Die Gebühren im Beispiel: 19,00 × 5 % + 0,50 = 1,45. 38,00 × 5 % + 0,50 = 2,40. 120,00 × 5 % + 0,50 = 6,50. Das Jahresabo über 120,00 € grenzt deine Kanzlei zum Bilanzstichtag anteilig ab. finHero liefert dafür die Liste der passiven Rechnungsabgrenzungsposten.

So bucht finHero Lemon Squeezy in BMD

finHero holt die Bestellungen per API und baut daraus den Buchungsimport für BMD NTCS.

Erlöse gegen den MoR-Debitor. Jede Bestellung wird als Erlös gegen das Debitorenkonto Lemon Squeezy (Merchant of Record) gebucht. Das Erlöskonto ist das Konto, das du für Reverse Charge hinterlegst. Die Lemon-Squeezy-Referenz steht im Buchungstext.

Gebühren mit einstellbarem Satz. finHero berechnet die Gebühr je Bestellung mit 5 % + 0,50 $. Weichen deine Konditionen ab, überschreibst du den Prozentsatz in den Einstellungen. Die Buchungen sind als „berechnet“ gekennzeichnet. Deine Kanzlei sieht so sofort, dass der Wert aus einer Formel stammt und nicht aus einer Gebührenrechnung.

Belege. Rechnungs- und Belegdokumente liegen dem Export bei, die Belegliste ordnet sie den Belegnummern zu. Für das BMD-Dokumentenarchiv ist das ein fertiger Stapel.

Abgrenzung. Für wiederkehrende Zahlungen erstellt finHero die Liste der passiven Rechnungsabgrenzungsposten.

Rückverfolgbarkeit. Jede Zeile trägt die Original-Referenz aus Lemon Squeezy. Fragt die Kanzlei nach einer Buchung, findest du die Bestellung in Sekunden.

Wie die Kanzlei die Spalten beim ersten Mal zuordnet, beschreibt der Ratgeber zum Buchungsimport in BMD NTCS.

Gebühren abgleichen: der eine Termin, der sich lohnt

Der Standardsatz ist ein Startwert. Für einen sauberen Abschluss lohnt sich ein einmaliger Abgleich, am besten gemeinsam mit der Kanzlei.

So geht ihr vor:

  1. Nehmt einen abgeschlossenen Monat mit möglichst vielen Bestellungen.
  2. Vergleicht die Summe der Bestellungen nach Erstattungen mit der Auszahlung, die für diesen Zeitraum auf dem Bankkonto eingegangen ist.
  3. Zieht die Fixgebühren (Anzahl Bestellungen × 0,50 $) ab. Der Rest ist der variable Anteil.
  4. Teilt den variablen Anteil durch die Summe der Bestellungen. Das Ergebnis ist dein Prozentsatz.
  5. Tragt den Wert in finHero ein. Ab dem nächsten Export rechnet finHero damit.

Bleibt danach auf dem Verrechnungskonto ein kleiner Restbetrag, liegt es meist an Kursdifferenzen zwischen USD und EUR oder an Auszahlungen, die über den Monatswechsel laufen. finHero exportiert Wechselkursdifferenzen als eigene Buchungen, damit sie nicht im Gebührenkonto verschwinden.

Erstattungen und mehrere Anbieter im selben Import

Erstattungen und ein Mix aus mehreren Zahlungsanbietern sind die zwei Fälle, an denen ein manueller Prozess am häufigsten bricht. finHero behandelt beide als normale Bestandteile des Exports.

Erstattungen. Bei digitalen Produkten mit Geld-zurück-Garantie kommen Erstattungen regelmäßig vor. Erstattet Lemon Squeezy einem Kunden den Kaufpreis, sinkt deine Forderung gegenüber Lemon Squeezy. finHero exportiert die Erstattung als eigene Buchung gegen den Debitor Lemon Squeezy, mit Bezug zur ursprünglichen Bestellung. Für die Kanzlei ist damit klar, warum die Auszahlung niedriger ausfällt als die Summe der Verkäufe.

Mehrere Anbieter. Viele österreichische Gründer starten mit Lemon Squeezy und nehmen später Stripe für Firmenkunden mit Rechnung dazu, oder umgekehrt. finHero führt beliebig viele Anbieter in einem Monatsabschluss zusammen. Lemon Squeezy wird als Merchant of Record gegen den eigenen Debitor gebucht, Stripe-Zahlungen laufen gegen deine eigenen Kunden. Jeder Anbieter hat eigene Verrechnungs- und Transitkonten. Im BMD-Import landen beide Logiken nebeneinander, sauber getrennt über die Konten. Deine Kanzlei muss also nicht zwei verschiedene Prozesse pflegen, auch wenn die Geschäftsmodelle dahinter grundverschieden sind.

Einrichtung in drei Schritten

  1. API-Key verbinden. Erstelle in Lemon Squeezy einen API-Key und hinterlege ihn in finHero, bei mehreren Stores zusätzlich die Store-ID. Der Zugriff ist rein lesend.
  2. Konten aus dem Einheitskontenrahmen eintragen. Lege mit deiner Kanzlei das Debitorenkonto Lemon Squeezy, das Erlöskonto Reverse Charge, das Konto für Spesen des Geldverkehrs sowie Guthaben- und Transitkonto fest. Passe bei Bedarf den Gebührensatz an.
  3. BMD-Export erstellen. Wähle „BMD NTCS (Österreich)“ als Buchhaltungssystem. Deine Kanzlei liest den Stapel samt Belegen ein.

Manuell oder mit finHero

Aufgabe Manuell Mit finHero
Lemon Squeezy erklären Bei jedem Kanzleiwechsel neu Einmal im Kontenplan abgebildet
Erlöse kontieren Pro Bestellung Steuercode setzen Automatisch gegen MoR-Debitor
Gebühren Pauschal aus Auszahlung Je Bestellung, Satz anpassbar
USD-Beträge Von Hand umrechnen Kursdifferenzen als eigene Buchungen
BMD-Format Spalten übersetzen, Dezimalpunkt ersetzen Import-fertige Semikolon-CSV
Belege Einzeln laden PDFs plus Belegliste

Andere Wege für Lemon Squeezy und Paddle

Die gleiche Lemon-Squeezy-Logik gibt es für Deutschland unter Lemon Squeezy zu DATEV, dort mit SKR03 und SKR04. Wer in Österreich mit Paddle statt Lemon Squeezy verkauft, liest Paddle zu BMD. Dort entfällt die Gebührenberechnung, weil Paddle reale Gebühren liefert. Die Schweizer Variante für bexio findest du in der Übersicht der Lemon-Squeezy-Integrationen. Die Grundlagen zu beiden MoR-Anbietern stehen im Ratgeber Paddle und Lemon Squeezy buchen (Merchant of Record), der Gesamtüberblick über alle Anbieter im Leitfaden Zahlungsanbieter nach DATEV exportieren.

Für wen sich Lemon Squeezy zu BMD lohnt

finHero für Lemon Squeezy und BMD ist für Selbstständige und Unternehmen in Österreich gedacht, deren Steuerberatungskanzlei mit BMD NTCS arbeitet.

  • Einzelunternehmer mit digitalen Produkten. Plugins, Fonts, Vorlagen oder Online-Kurse, viele kleine Beträge. Gerade hier verzerren fehlende Gebühren die Marge stark.
  • Kleine österreichische SaaS-GmbHs. Ein Abo-Produkt mit internationalem Publikum, verkauft über Lemon Squeezy, um sich nicht um ausländische Umsatzsteuer kümmern zu müssen.
  • Kanzleien mit Indie-Mandanten. Statt jeden Monat eine USD-Auszahlung zu zerlegen, bekommt die Kanzlei einen einheitlichen Import mit Referenzen.

Ein häufiger Anlass ist der Wechsel von der Pauschalierung zur doppelten Buchhaltung oder die Gründung einer GmbH. Spätestens dann verlangt die Kanzlei Einzelbuchungen statt Monatssummen, und die Lemon-Squeezy-Umsätze der Vormonate müssen nachgeholt werden. finHero erstellt Exporte für beliebige Monate rückwirkend.

Weniger geeignet ist finHero, wenn du nur gelegentlich verkaufst und deine Kanzlei Lemon Squeezy quartalsweise als Sammelposten erfasst. Dann übersteigen die laufenden Kosten den Nutzen.

Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.

Preis

Der Preis richtet sich nur nach der Zahl der Transaktionen pro Monat, nicht nach Zahlungsanbieter oder Buchhaltungssystem. Alle Preise netto zzgl. USt.

Transaktionen pro MonatPreis pro Monat
1–10029 €
101–50049 €
501–1.00079 €
1.001–2.500129 €
2.501–5.000229 €
5.001–7.500359 €
ab 7.501499 €

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Häufige Fragen

Wie erkläre ich meiner Kanzlei in Österreich, was Lemon Squeezy ist?

Am einfachsten so: Lemon Squeezy ist kein Zahlungsdienstleister, sondern Händler. Es kauft dein digitales Produkt und verkauft es im eigenen Namen an die Endkunden weiter, inklusive deren Umsatzsteuer. Dein einziger Kunde ist Lemon Squeezy.

Welchen Steuercode verwendet meine Kanzlei für Lemon-Squeezy-Erlöse?

Das hängt davon ab, wo die Lemon-Squeezy-Gesellschaft sitzt, mit der du den Vertrag hast. Bei Leistungen an ausländische Unternehmer liegt der Leistungsort in der Regel beim Empfänger. Den genauen Steuercode in BMD legt deine Steuerberatungskanzlei fest.

Warum sind die Lemon-Squeezy-Gebühren im BMD-Import als berechnet markiert?

Die Lemon-Squeezy-API liefert keine Gebühren pro Bestellung. finHero berechnet sie mit einem Standardwert von 5 % + 0,50 $. Den Prozentsatz kannst du an deine echten Konditionen anpassen.

Wie sieht die Importdatei für BMD aus?

Eine Semikolon-CSV mit Beträgen im Dezimalkomma und Datum im Format TT.MM.JJJJ. Jede Zeile enthält Betrag, Konto, Gegenkonto, Buchungstext und die Referenz aus Lemon Squeezy.

Ich verkaufe in USD. Wie kommt das in BMD?

finHero übernimmt die Bestellungen mit Währung aus Lemon Squeezy und exportiert Wechselkursdifferenzen als eigene Buchungen. Welchen Kurs ihr in BMD verwendet, stimmst du mit deiner Kanzlei ab.

Kann ich einen bestimmten Store getrennt nach BMD exportieren?

Ja. Wenn dein Account mehrere Stores hat, hinterlegst du die Store-ID. finHero exportiert dann nur die Bestellungen dieses Stores.

Gibt es einen Unterschied zu Paddle in BMD?

Die Buchungslogik ist gleich, beide sind Merchant of Record. Der Unterschied liegt bei den Gebühren: Paddle liefert reale Gebühren über die API, bei Lemon Squeezy berechnet finHero sie.

Autor

Daniel Vöckler

Gründer der d-automation GmbH

Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.

Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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