MollieMollie → BMD

Mollie zu BMD exportieren

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026von Daniel Vöckler

Kurz beantwortet

finHero liest deine Mollie-Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und Settlements per API-Key mit Lesezugriff und erzeugt daraus einen Buchungsimport für BMD NTCS: Semikolon-CSV mit BMD-Standardfeldern, Dezimalkomma und Datum im Format TT.MM.JJJJ. Steuercodes, Buchungssymbole und Konten aus dem Einheitskontenrahmen legst du einmal mit deiner Kanzlei fest.

Mollie und BMD NTCS kommen ohne Zwischenschritt nicht zusammen: Mollie liefert Settlements, BMD erwartet einen Buchungsimport mit Konten aus dem Einheitskontenrahmen und Steuercodes. finHero erstellt diese Importdatei automatisch. Die Grundlagen zu BMD-Exporten für alle Zahlungsanbieter findest du im Leitfaden BMD Export. Hier geht es um das, was bei Mollie in Österreich anders ist.

Was die Kombination Mollie und BMD schwierig macht

Die Schwierigkeit entsteht an zwei Stellen: Mollie liefert Sammelbeträge ohne Steuerdaten, und BMD braucht pro Buchung einen Steuercode und ein Buchungssymbol.

Mollie: Settlements statt Einzelbuchungen

Mollie sammelt Zahlungen über Karten, SEPA und lokale europäische Zahlarten und zahlt sie als Settlement aus. Auf dem Bankkonto erscheint ein Betrag von Mollie Payments B.V., in dem Zahlungen, Erstattungen, Chargebacks und Gebühren bereits verrechnet sind. Die Gebühren stehen nur in den Kostenzeilen des Settlements.

Für Österreich kommt hinzu: Mollie liefert keine Umsatzsteuer-Informationen zu den einzelnen Transaktionen. Ob ein Umsatz mit 20 %, 13 % oder 10 % österreichischer Umsatzsteuer zu versteuern ist oder an Kunden in anderen EU-Ländern ging, steht nicht in den Mollie-Daten.

BMD NTCS: Importdefinition, Steuercodes und Buchungssymbole

BMD NTCS ist in vielen österreichischen Steuerberatungskanzleien das Buchhaltungssystem. Der Buchungsimport arbeitet mit einer Importdefinition, die die Kanzlei einmal anlegt. Typische Felder sind satzart, konto, gkonto, belegnr, buchsymbol, buchcode, prozent, steuercode, betrag, steuer und text.

Damit der Import ohne Nacharbeit durchläuft, muss jede Zeile:

  • ein Konto aus dem österreichischen Einheitskontenrahmen (EKR) tragen,
  • ein Buchungssymbol haben, das die Kanzlei kennt, zum Beispiel BA für Zahlungen,
  • einen Steuercode tragen, der zum Steuerfall passt,
  • Beträge mit Dezimalkomma und Datum als TT.MM.JJJJ enthalten,
  • in der richtigen Zeichenkodierung vorliegen, meist ANSI (Windows-1252).

Eine Mollie-CSV erfüllt keinen dieser Punkte. Wer sie manuell umbaut, verbringt die Zeit mit Spaltenformaten statt mit Buchhaltung.

Beispiel: Mollie-Buchungsimport für eine Kanzlei in Wien

Ein österreichischer Onlinehändler erhält im Oktober 2026 ein Mollie-Settlement über 2.316,80 €. Es enthält 54 Zahlungen über insgesamt 2.398,00 €, eine Erstattung von 39,90 € und Gebühren von 41,30 €. finHero erzeugt daraus unter anderem diese Zeilen:

konto gkonto belegnr Datum buchsymbol steuercode betrag text
Mollie-Verrechnungskonto 20000 tr_Kp3s9VxQ2a 03.10.2026 BA – 89,00 Zahlung · tr_Kp3s9VxQ2a
20000 4000 tr_Kp3s9VxQ2a 03.10.2026 AR lt. Kanzlei 89,00 Erlös · ohne USt-Aufschlüsselung
4000 Mollie-Verrechnungskonto tr_Rf8nW2mLk4 14.10.2026 BA lt. Kanzlei 39,90 Erstattung · tr_Rf8nW2mLk4
Spesen des Geldverkehrs Mollie-Verrechnungskonto Settlement Okt. 31.10.2026 BA lt. Kanzlei 41,30 Mollie Gebühren Oktober
2800 Mollie-Verrechnungskonto Settlement Okt. 31.10.2026 BA – 2.316,80 Auszahlung Settlement Oktober

Die Kontonummern 20000 (Debitoren), 4000 (Erlöse) und 2800 (Bank/Geldtransit) sind Beispiele aus dem EKR. Mollie-Verrechnungskonto und Spesen des Geldverkehrs legst du mit deiner Kanzlei fest.

Die Rechnung geht auf: 2.398,00 € − 39,90 € − 41,30 € = 2.316,80 €. Das Verrechnungskonto steht nach der Auszahlung auf null.

So bucht finHero Mollie in BMD

finHero verwendet für Mollie in BMD dieselbe Buchungslogik wie für jeden anderen Zahlungsanbieter: Jeder Vorgang läuft über das Verrechnungskonto von Mollie und trägt die Mollie-Transaktions-ID.

  1. Zahlung. Der Zahlungseingang gleicht den Debitor aus und landet auf dem Mollie-Verrechnungskonto.
  2. Erlös. Weil Mollie keine USt-Daten liefert, nutzt finHero den Steuerfall „Erlöse ohne USt-Aufschlüsselung“ und dein Standard-Erlöskonto. Den passenden BMD-Steuercode hinterlegst du einmal. Ohne Standard-Erlöskonto gehen die Erlöse auf das Klärungskonto.
  3. Gebühren. Die realen Gebühren aus den Settlement-Kostenzeilen werden separat auf Spesen des Geldverkehrs gebucht, mit eigenem Steuerfall für Gebühren.
  4. Erstattungen und Chargebacks. Beide werden als eigene Buchung exportiert. Ohne sie bliebe ein Saldo auf dem Verrechnungskonto stehen.
  5. Auszahlung. Das ausgezahlte Settlement gleicht das Verrechnungskonto aus.

Leere Steuercode-Felder füllt finHero mit dem DATEV-BU-Schlüssel. Dieser muss dann beim Import in BMD zugeordnet werden. Besser ist, du trägst die BMD-Steuercodes vor dem ersten Export ein. Mehr zum Aufbau der Datei steht im Artikel Buchungsimport in BMD NTCS.

Rechnungs-PDFs liegen dem Export zusammen mit einer Belegliste bei, die jede Datei ihrer Belegnummer zuordnet.

Steuerfälle bei Mollie-Umsätzen in Österreich

Weil Mollie keine Steuerdaten liefert, muss die Steuerlogik über Konten und Steuercodes laufen, die deine Kanzlei vorgibt. In Österreich gibt es drei Umsatzsteuersätze, die für einen Onlinehändler relevant sein können:

Steuerfall Satz Beispiel
Normalsteuersatz 20 % die meisten Waren und digitalen Leistungen
Ermäßigter Satz 13 % bestimmte Kultur- und Freizeitleistungen
Ermäßigter Satz 10 % etwa Lebensmittel und Bücher

Verkaufst du zusätzlich an Privatkunden in anderen EU-Ländern, kommen OSS-Umsätze mit den Sätzen der Käuferländer dazu. finHero kennt für die BMD-Steuercodes eigene Steuerfälle, darunter Inland Normalsatz, Inland ermäßigt, EU-OSS, Reverse Charge, Erlöse ohne USt-Aufschlüsselung, Klärungsfälle und Gebühren. Für Mollie ist vor allem „Erlöse ohne USt-Aufschlüsselung“ relevant, weil die Daten keine Steuerinformation enthalten.

Daraus ergeben sich zwei Wege:

  • Einfacher Fall: Du verkaufst nur in Österreich zum Normalsteuersatz. Dann bekommt der Steuerfall „Erlöse ohne USt-Aufschlüsselung“ den Steuercode für 20 %, und die Erlöse gehen direkt auf das passende Erlöskonto.
  • Gemischter Fall: Du verkaufst zu mehreren Sätzen oder ins EU-Ausland. Dann lässt du das Standard-Erlöskonto leer, die Erlöse landen auf dem Klärungskonto, und deine Kanzlei teilt sie in BMD auf.

Welcher Weg passt, entscheidet deine Kanzlei. finHero setzt beide um.

Typische Importfehler und wie du sie vermeidest

Die meisten BMD-Importfehler bei Zahlungsdaten haben einfache Ursachen, die sich einmalig beheben lassen.

  • Falsche Zeichenkodierung. Die Kanzlei erwartet ANSI, die Datei kommt in UTF-8, oder umgekehrt. Die Folge sind kaputte Umlaute im Buchungstext. Lösung: Kodierung im BMD-Profil von finHero passend zur Kanzlei einstellen.
  • Unbekanntes Buchungssymbol. Das Symbol in der Datei existiert in der Importdefinition nicht. Lösung: Symbole für Zahlungen und Rechnungen exakt wie in der Kanzlei hinterlegen.
  • Leere Steuercodes. Ohne BMD-Steuercode übernimmt finHero den DATEV-BU-Schlüssel, der in BMD erst zugeordnet werden muss. Lösung: alle Steuerfälle vor dem ersten Export belegen.
  • Konten fehlen im Mandanten. Das Mollie-Verrechnungskonto ist in BMD noch nicht angelegt. Lösung: Konto vor dem ersten Import in BMD anlegen lassen.

Einrichtung in 3 Schritten

Für Mollie zu BMD brauchst du einen Mollie-API-Key und einmalig die Angaben deiner Kanzlei.

  1. Mollie verbinden. Hinterlege deinen Mollie Live-API-Key (beginnt mit live_). finHero liest damit nur Zahlungen und Settlements, ohne Zugriff auf dein Geld.
  2. BMD-Profil ausfüllen. Trage die EKR-Konten ein, außerdem Zeichenkodierung, Buchungssymbole für Zahlungen und Rechnungen und die BMD-Steuercodes je Steuerfall. finHero bereitet dafür eine E-Mail an deinen Steuerberater vor, die genau diese Angaben abfragt. Alternativ lädst du die Kanzlei in finHero ein, dann trägt sie die Konten selbst ein. Diese Abstimmung dauert erfahrungsgemäß ein paar Werktage.
  3. BMD-Export erstellen. Wähle beim Export „BMD NTCS (Österreich)“. Deine Kanzlei importiert die Datei über ihre Importdefinition, jeden Monat gleich.

Manuell oder mit finHero

Beim manuellen Weg kostet in Österreich vor allem die Formatierung für die Importdefinition Zeit.

Aufgabe Manuell Mit finHero
Settlement zerlegen Settlement-Details herunterladen, Zahlungen zuordnen Jede Auszahlung in Einzelbuchungen zerlegt
Gebühren Kostenzeilen abtippen Reale Gebühren je Settlement, separat gebucht
Steuercodes In jeder Zeile von Hand setzen Einmal je Steuerfall hinterlegt
Format Spalten, Dezimalkomma, TT.MM.JJJJ, ANSI anpassen Fertige Semikolon-CSV
Belege PDFs einzeln sammeln PDFs plus Belegliste im Export

Bei 54 Zahlungen im Monat wie im Beispiel liegst du in der kleinsten Preisstufe.

Für wen Mollie zu BMD passt

Die Kombination ist für Unternehmen mit Sitz in Österreich gedacht, deren Steuerberatungskanzlei mit BMD NTCS bucht.

  • Österreichische Onlineshops, die über Mollie Zahlarten für Kunden in Österreich, Deutschland und den Benelux-Ländern anbieten und monatlich viele Einzelzahlungen haben.
  • Unternehmen, deren Kanzlei auf eine feste Importdefinition besteht, und die keine Zeit mit Spaltenformaten und Zeichenkodierung verlieren wollen.
  • Firmen mit grenzüberschreitenden Umsätzen, bei denen die Kanzlei Inland, EU und OSS sauber trennen muss und dafür einen klaren Klärungsprozess braucht.

Weniger sinnvoll ist finHero, wenn deine Kanzlei Mollie-Umsätze nur als eine Sammelbuchung pro Quartal erfasst und keine Einzelnachweise braucht.

Einen Überblick, wie Zahlungsanbieter in Österreich steuerlich behandelt werden, gibt der Artikel Zahlungsanbieter buchen in Österreich.

Weitere Mollie-Ziele und verwandte Seiten

Alle Zielsysteme für Mollie findest du auf der Übersicht Mollie-Buchhaltung automatisieren. Wie Mollie, Adyen, GoCardless und weitere Dienste grundsätzlich gebucht werden, beschreibt der Leitfaden Zahlungsanbieter nach DATEV exportieren; die Buchungslogik gilt für BMD genauso. Für deutsche Gesellschaften ist Mollie zu DATEV der passende Weg, der Ratgeber zum Mollie DATEV Export erklärt die Settlement-Logik ausführlich. Nutzt du neben Mollie auch Adyen, zeigt Adyen zu BMD, wie Settlement-Batches dort landen.

Hinweis: Die Kontierungen sind typische Beispiele. Kontenzuordnung und steuerliche Behandlung stimmst du mit deiner Steuerkanzlei ab. finHero lässt dich alle Konten frei konfigurieren.

Preis

Der Preis richtet sich nur nach der Zahl der Transaktionen pro Monat, nicht nach Zahlungsanbieter oder Buchhaltungssystem. Alle Preise netto zzgl. USt.

Transaktionen pro MonatPreis pro Monat
1–10029 €
101–50049 €
501–1.00079 €
1.001–2.500129 €
2.501–5.000229 €
5.001–7.500359 €
ab 7.501499 €

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Häufige Fragen

Kann Mollie direkt nach BMD exportieren?

Nein. Mollie bietet keinen Buchhaltungsexport für BMD an, sondern Settlements und CSV-Rohdaten. finHero erzeugt daraus eine CSV-Datei für den BMD-NTCS-Buchungsimport, die deine Kanzlei einliest.

In welchem Format kommt der Mollie-Export für BMD?

Als Semikolon-CSV mit den BMD-Standardfeldern wie satzart, konto, gkonto, belegnr, buchsymbol, steuercode, betrag und text. Beträge haben ein Dezimalkomma, das Datum steht im Format TT.MM.JJJJ. Die Zeichenkodierung ist standardmäßig ANSI (Windows-1252), UTF-8 ist wählbar.

Welchen Steuercode bekommen Mollie-Umsätze in BMD?

Mollie liefert keine Umsatzsteuer-Daten je Transaktion. finHero ordnet die Erlöse daher dem Steuerfall „Erlöse ohne USt-Aufschlüsselung“ zu. Welchen BMD-Steuercode dieser Steuerfall bekommt, trägst du einmal nach Vorgabe deiner Kanzlei ein.

Wie werden die Mollie-Gebühren in BMD gebucht?

Jede Gebühr aus den Kostenzeilen eines Settlements wird als eigene Buchung auf Spesen des Geldverkehrs gebucht. Für Gebühren gibt es einen eigenen Steuerfall, dem du einen BMD-Steuercode zuweisen kannst.

Welche Buchungssymbole verwendet der Export?

Du legst je ein Buchungssymbol für Zahlungen und für Rechnungen fest, zum Beispiel BA und AR. Die Symbole stimmst du mit der Importdefinition deiner Kanzlei ab.

Was passiert mit Sonderzeichen in Kundennamen?

Bei ANSI-Kodierung ersetzt finHero Zeichen, die es dort nicht gibt, etwa ł, č oder Emojis. Der Export bricht deshalb nie ab. UTF-8 wählst du nur, wenn BMD in deiner Kanzlei darauf eingestellt ist.

Kann ich vergangene Monate für BMD nachholen?

Ja. Du erstellst Exporte für beliebige Monate rückwirkend. Das hilft, wenn du Mollie schon länger nutzt und die Buchhaltung erst jetzt sauber nachziehen willst.

Autor

Daniel Vöckler

Gründer der d-automation GmbH

Daniel Vöckler hat finHero aus dem eigenen Buchhaltungsproblem mit Stripe heraus entwickelt: Beim Aufbau von SepaHeld wurden Stripe-Zahlungen jeden Monat von Hand für DATEV aufbereitet. Heute exportiert finHero Zahlungsdaten für mehr als 200 Unternehmen.

Mehr über finHero und das Team · Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

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